THE TiPS mit kleinem “i“ veröffentlichen am 17.04.2024 ihr neues Album.
Das letzte Album der Band aus Düsseldorf ist aus dem Jahre 2016.
In den letzten acht Jahren hat sich die Band aufgelöst und wieder zusammen gefunden. Das Ergebnis dieses Zusammenfindens ist nun “Eat Plastic“.
Das neue Album enthält sieben Songs. Nur sieben Songs mag man denken. Das ist ja nicht mal pro Jahr ein Song. So sollte man aber nicht rechnen. Kommt es doch nicht auf die Quantität sondern auf die Qualität an.
THE TiPS zeigen auf ihrem neuen Werk ein wahres Stil-Feuerwerk. Die Band kommt aus dem Reggae. Ihren Stil bezeichnet das Trio als “Reggae-Rock-Punk-Soul“. Das trifft den Sound schon mal sehr gut. Ich würde noch Emo und Metal dazu schreiben.
Es ist für mich auch nach mehrmaligem Hören des Albums sehr schwer ein Fazit zu ziehen. Es gibt wirklich gelungene Songs wie “See You“. Eine schöne 2-Tone-Nummer, perfekt zum skanken. Hier und da ein bisschen Pop rein gemischt, was dem Songverlauf gut tut. Ein Lied das durchgehend fein ist. Nach “See You“ kommt mit “Smooth“ eine wunderbare, allerdings auch etwas klischeehafte Reggae-Nummer. Schön zum chillen, entspannt tanzen und träumen. Macht Spaß.
Dann gibt es aber auch Songs wie z.B. “History won´t change“. Eine richtig schöne Reggae-Nummer, am Anfang. Schön zum Tanzen, mit einem schönen Mosh-Part und gutem Text. Ab der zweiten Hälfte gewinnt allerdings irgendwas die Überhand was mich nicht mehr anspricht. Zu viel Gitarre, zu viele Effekte.
Ähnlich ist “Are you alright“. Toller Beginn, schöner Oldschool-Reggae-Style. Dazwischen kommen dann aber krachige Gitarren, die fast aus dem Metal oder Hardcore kommen könnten. Im besten Fall lässt sich dazu moshen. Im schlechtesten Fall bleibt das Tanzbein stumm und komische Blicke gehen zu den Boxen. Muss das so?
Die Band zeigt auf dem Album, dass sie musikalisch viel kann. Die Kunst liegt aber durchaus auch darin, nicht alles was man kann, zeigen zu müssen. Für mich ist hier ein bisschen zu viel gewollt worden.
Vielleicht bin ich auch nur zu viel alte Schule....
Das Fazit ist also sehr zwiespältig.
Ein Album, an dem sich die Geister scheiden werden.
Reinhören ist nicht verkehrt und wird jedem Reggae-Liebhaber genauso empfohlen wie demjenigen der sehr viel Abwechslung mag.
Das Album erscheint physisch nur als Vinyl.




