
Apropos Sprache: Die Band singt meistens auf spanisch, manchmal auf englisch und öfters sogar beides, quasi also Spanglish. Die Band wirkt gut aufeinander abgestimmt - die Musiker wirkten u.a. schon in Bands wie Slapshot, Speak 714 und Friction Wheel - und die bei I Scream Records veröffentlichten Aufnahmen sind sehr frisch und druckvoll, wobei der Produzent Darian Rundell, der unter anderem schon für Pennywise und Suicidal Tendencies arbeitete, der Band trotzdem ihre Ungeschliffenheit bewahrt hat. So befindet sich auf der Scheibe eine recht einzigartige Mischung aus melodischem Old-School-Punk und Latin-Rock, was sich zu einer besonderen Art des Powerpops verbindet. Nur auf die Punkrockanteile der Platte reduziert, würde sie vermutlich nicht aus dem großen Durchschnittsbrei herausragen. Durch die Einflüsse von lateinamerikanischer Folklore sowie dem spanischen Gesang und den sich mit ihren Wurzeln identifizierenden durchaus kritischen Texten gewinnt das Album aber seinen authentischen Charakter und weiß zu gefallen. Es gibt auch ein paar Ausreißer aus dem Standard-Stil der Band. So ist das Intro "Soy Guajiro Part 1" reiner Latin, "Delinquente" ist strikter Hardcore-Punk und "Bad Idea" kommt extrem poppig rüber. Typisch für die Band sind aber ihr Hit "Santa Fe" sowie die sich direkt dahinter befindenden Songs "Mulatona" und "Mentiroso". Das sind zugleich die besten Stücke des Albums. Die zweite Hälfte des Albums fällt dann dagegen etwas ab. Ein Lied besteht aus der Vertonung eines Gedichtes des kubanischen Nationalhelden José Marti. Subversives Material - wie der Albumtitel erwarten lässt - findet sich weder musikalisch noch textlich, aber für den kritischen Punkrocker, der entschiedenen und trotzdem lebensfrohen Punk der etwas anderen Art hören möchte, ist dieses Album richtig. Gute Scheibe, die Hoffnung auf mehr macht! Wo bleibt mein Cuba Libre?
Andy



