Review

SEARCH/RESCUE

The Compound

Genre
CD
Datum
16.08.2008
Autor
Cheidi
6 /10
Mit "The Compound" legen Search/Rescue aus Seattle ein nicht nur gelungenes, sondern unbedingt starkes und erstaunlich reif wirkendes Debüt-Album mit zehn berufsverkehrradiotauglichen (Indie-)Rocksongs vor, die mitunter an "Coldplay" und "Radiohead" erinnern. Geprägt werden die Songs von der phänomenal reinen und gänzlich ungewöhnungsbedürftigen Stimme Ryan Van Wieringens, die von einem pulsierenden, manchmal dämonischen Bass und einer oft lyrischen, aber stets uneitlen Gitarre harmonisch unterkellert und echot werden. Hinzu kommt ein nie den Sound versuppendes, aber melancholisches Keyboard und extratrockens Schlagwerk. Die Songs besitzen eine Melodiösität von mitunter hymnischem Charakter, deren dramaturgische Spannung oft durch Tempi-Verzögerungen gesteigert wird. Dergleichen kann man sich auch als Vorgruppe eines U2-Konzerts vorstellen!
Entstanden sind "Search/Rescue" nach der oftmals bedauerten Auflösung der Pop-Punkformation "Acceptance", deren Ex-Gitarrist Kaylan Cloyd sich nun zusammen mit Ryan Van Wieringen und Bobby Darling von "Gatsbys American Dream" das "Search/Rescue"-Grundgerüst bildet. Da "Gatsbys American Dream" derzeit angeblich nur eine Pause einlegen, wäre es sehr bedauerlich, wenn es bei diesem Debüt-Album bleiben sollte. Noch ein paar Milligramm mehr Pathos und etwas mehr Sommer in den Refrain, dann gelingt ihnen ein amtlicher Hit.
Erschienen ist "The Compound" bei Eyeball Records.

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