Die Band ELYJAH wurde Ende 2004 in Berlin gegründet und startete mit einer Split mit THALIJA. Zu dieser Zeit bekam der Hörer noch klassischen instrumentalen Postrock zu hören. Die Dreiercombo, bestehend aus Bass, Drums und Schlagzeug, wusste schon bei dieser Veröffentlichung zu überzeugen und legt nun mit ihrem Debutalbum „Planet, Planet“ nach. ++++ Auf „Planet, Planet“ gelingt der Band ein mehrfacher Spagat zwischen den Wurzeln aus instrumentalen Postrock, nun aber auch mehr denn je der Einfluss von Indie und Progressiv. Das absolute Plus dieser Platte ist nun der Gesang durch Gittarist Robert Oeser, der so herrlich britisch klingt, dass die Vermutung nahe liegt, es könne sich hier um eine Veröffentlichung von der Insel handeln. ++++ Die 10 Stücke in gut 50 Minuten überzeugen durch ihre Vielschichtigkeit und ihren Abwechslungsreichtum, so dass die Platte auch nach mehrmaligem Hören immer noch nicht als Ganzes erfasst werden kann. Hier werden viele Spannungsbögen gespannt im Wechselspiel von ruhigen, instrumentalen Passagen zu verspielten Intermezzi bis hin zu rauen, einfach nur rockenden (gradlinigen) Gitarrenriffs. Das alles erzeugt ein Gebilde aus Dynamik, Melodie, Brüchen und Tempowechseln, unterstützt durch den oben angesprochenen Einsatz von ruhiger, führender Gesangsstimme, die sich nur dann erhebt, wenn es die dann treibende Musik erlaubt, bzw. erwartet. Langweilig wird es hier also nie. Musikalisch überzeugen ELYJAH auf breiter Front – keine Ausfälle und perfekt umgesetzter Ideenreichtum. ++++ Ideenreich auch die Wahl der Verpackung. Zwar bietet das Booklet keine großen Informationen, aber Fragezeichen und Ehrfurcht vor der Verspieltheit und der Spur Verrücktheit. Um ihr Werk noch ansprechender (für potenzielle Käufer) zu machen, wurde das zentimeterdicke Booklet, bestehend aus unbedruckten Seiten mit Schrotkugeln beschossen. Irgendwo darin befindet sich die CD und ein herrliches s/w Foto der Band, auf dem die Herren in Herr-von-Eden-Anzügen frisch von der Jagd posieren. Schöne Sache. ++++ Insgesamt eine schöne Veröffentlichung, die normalerweise jedem gefallen sollte, der sich den Genres Postrock, Indie und Progressive verschrieben hat.




