2003 in Konstanz gegründet, durchlief die Band IRA in kurzer Zeit eine ganz besondere Wandlung. Das Debüt “The Body And The Soil” aus dem Jahre 2005 zeigte sich musikalisch noch ganz anders, Hardcore, Doom und Punk standen im Vordergrund. Die neue Veröffentlichung “Visions Of A Landscape” kommt dabei mit viel mehr Ruhe aus. Wenn ich jetzt „erwachsener“ schriebe, wäre auf jeden Fall der Fünfer fürs Phrasenschwein fällig. Aber gut, habe ich ja nicht geschrieben! ++++ Auf dieser Platte dominiert der Rock. Irgendwie ist das einfach (nur) Rock. Und das ist auch verdammt gut so hier. Klar, der fast schon inflationär genutzte Begriff Post-Rock fällt, wenn Ähnlichkeiten mit Mogwai vernommen werden, natürlich ist das auch Indiesound und mit dem Hinweis auf Art-Rock, Prog-Rock liegt man hin und wieder auch nicht daneben. Bodenständig. Bodenständig ist das richtige Wort, um diese Musik zu beschreiben. Zwar wird hier viel rumexperimentiert, vor allem, wenn der insgesamt minimalistische Sound sphärisch wird, verträumt wirkt und jede Facette innerhalb des Gefühlsspektrums zulässt. ++++ Meine eigentliche Verwunderung stellte sich ein, nachdem das zweite Stück vorbei war – und die Platte schon ganze 22 Minuten alt. Ist eigentlich gar nicht mein Ding, diese Endlosstücke, die doch meist eines gemein haben, nämlich, dass sie nie zum Punkt kommen. Das ist hier anders. Hier wird überhaupt nicht versucht, zum Punkt zu kommen, hier wird Musik gemacht, die nie langweilig oder eintönig wird. ++++ IRA sind momentan mit OCEANSIZE auf Tour. Das passt. Sind sich die beiden Bands doch so ähnlich wie sie auch verschieden sind. Fünfer? ++++ Anhören.




