Das neue Solo-Album von P. Paul Fenech, Sänger, Gitarrist und Mastermind der selbsternannten Kings of Psychobilly The Meteors, hört auf den schönen Namen “International Super Bastard“. Was für ein Name. Geht es noch krasser? Aber er klingt auch nach einer Spur Arroganz, nach einer Spur Überheblichkeit und natürlich geht es darum zu polarisieren und sich gleichzeitig selber darzustellen. Das alles schafft P. Paul Fenech, wie er so ziemlich alles schafft, was er sich vornimmt. Er ist ein wahrer Workaholic! Das ist das achte (!) Soloalbum, mit The Meteors nimmt er auch regelmäßig Alben auf, spielt natürlich auch live ( mehr mit The Meteors als solo ) und hat ein eigenes Tonstudio. Dort haben u.a. die Horrorbillys von Sir Psyko and his Monsters ihre letzte Scheibe aufgenommen.
P. Paul Fenech lebt seinen ganz eigenen Stil. Sein Leben ist Psychobilly! Er lebt diesen Way of Live den viele als Wahnsinnig, gewalttätig und krank abtun. Wahrscheinlich ist er selber ein bisschen wahnsinnig.
Ein bisschen Wahnsinn ist auch “International Super Bastard“. Ganze 17 Songs befinden sich auf dem Album. Der Sound ist stark ´50ies geprägt, mit Einflüssen von Rock´n´Roll, Blues und Country. Es ist der Sound der den Psychobilly geprägt hat und der Psychobilly zu dem gemacht hat was er jetzt ist. Es ist sozusagen die dunkle Seite des Rockabillys. Düster ist auch der Sound, der in Verbindung mit P. Paul Fenechs Stimme, die rau, aggressiv und teilweise latent gewalttätig klingt eine ganz eigene Aura schafft. Diese Aura schaffen auch The Meteors und diese Aura ist natürlich auch auf den vorherigen Soloalben des Altmeisters zu spüren.
Es ist eine Stimmung auf die man sich einlassen muss. Wenn man das tut findet man viel in der Musik. Es ist die Musik die einen Horrorfilm ablaufen lassen kann, wenn man nachts auf einer einsamen Landstraße mit seiner Klapperkiste lang fährt und den Weg nicht genau kennt. Es ist auch der Sound der Grindhouse- und B-Movies, es ist die dunkle Seite der Seele die er aufklappt. Dort fühlt er sich wohl.
Mit Songs wie “Fire Down Below“ wagt sich P. Paul Fenech auch auf das Terrain des Seemann - und des Matrosensounds, der fieser kaum klingen kann.
Die Songs, einzeln betrachtet, sind sehr vielschichtig, durchdacht und jedes Lied für sich ist ein kleines Meisterwerk. Die Scheibe ist nicht ganz so düster wie die “Skitzofenech“, die 2008 erschienen ist, aber keinen Deut schlechter. “International Super Bastard“ ist musikalisch noch anspruchsvoller, vielschichtiger und will entdeckt werden. Es ist keine Scheibe zum nebenbei Hören, aber es ist ein musikalisches Meisterwerk, nicht für Psychobillys sondern für alle Menschen denen Musik wichtig ist und die guten Sound mögen, auch wenn er düster und melancholisch ist.
P. Paul Fenech ist eine Institution, mit “International Super Bastard“ zementiert er diesen Status.




