THY FINAL PAIN – DESIRE, FREEDOM AND CONFUSION

Review

THY FINAL PAIN

DESIRE, FREEDOM AND CONFUSION

Genre
CD
Label
STF RECORDS
Datum
10.01.2011
Autor
Frank
7 /10

Ein neuer Output aus dem Hause STF-Records. Das Label hat sich mit einigen  Metal - Veröffentlichung in eben dieser Szene bereits einen Namen gemacht. Darauf aufsattelnd kommt jetzt die dritte Scheibe von “THY FINAL PAIN“ aus Stuttgart bzw. aus dem Stuttgarter Raum heraus. Das Cover ist nichts für schwache Nerven. Die Dame auf dem Cover ist angekettet und ihr wurden auf dem linken Arm regelmäßige tiefe Wunden eingeschnitten so dass ihre linke Körperhälfte blutüberströmt ist. Da schluckt man schon. Es ist kein Fantasiewesen, es ist ein Mensch, und das Cover ist sehr plastisch gestaltet. Wenn ich daran denke, dass diese Musik auch von jüngeren Menschen gehört wird so stelle ich mir gerade die entsetzten Gesichter der Eltern vor, wenn sie das Cover sehen. “Ist mein Kind noch normal?“ werden sie fragen. Normal? Was ist das, in einer unnormalen Welt?

Bevor ich zur Musik komme, ist besonders das Bandbild in der Mitte des Covers sehr auffällig. Christopher ( Drums ) in der Mitte sieht mit seinem schwarzen Oberteil, seinem kahl rasiertem Schädel und seiner Sonnenbrille wie ein  gewaltbereiter (autonomer) Nazi von der letzten Demo der NPD aus. Ich sag nicht, dass er es ist, aber am Stil sollte man aus diesem Grund doch etwas arbeiten. Könnte man sonst in den falschen Hals bekommen.

Kommen wir zur Musik. Die 13 Songs sind im heimeligen wie langweiligen Bretzfeld im Hohenlohekreis aufgenommen worden. Es ist ein Landkreis der so vor sich hin lebt, viele ältere und so genannte normale Menschen beherbergt und für mich der Inbegriff der Ländlichkeit ist. Es ist zwar nur die Oberfläche, aber wundern ist ja wohl noch erlaubt. Also dort haben die drei Musiker aufgenommen. Das Ergebnis lässt sich wahrlich hören. Hier gibt es Oldschool-Deathmetal. Die Gitarre ist fett, das Schlagzeug noch ein bisschen fetter und dennoch sehr differenziert aufgenommen und der Gesang von Marc und Simon ist sogar noch teilweise zu verstehen. Gegrowlt wird natürlich auch, aber nicht bis zur Unkenntlichkeit.

Es gibt keine Samples, keine Technikfrickeleien sondern erdigen, kernigen, druckvollen Deathmetal wie er mittlerweile in dieser Qualität rar geworden ist.  

Textlich bewegt man sich in bekannten Deathmetal - Gefilden. Es geht um Kannibalismus, die Gefangenheit des Seins und Selbstmord. Die Texte haben einigen Tiefgang und sind wahrscheinlich nicht in fünf Minuten geschrieben worden.

Insgesamt also eine Scheibe mit der jeder Death-Metal-Freund, vor allem wenn er die alte Schule mag, etwas anfangen kann. Wer darüber hinaus noch Gewaltfantasien hat oder BDSM mag, wird sich sowohl an der Musik als auch am Cover sehr erfreuen können.

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