Es ist doch immer wieder erstaunlich was heutzutage alles unter Post-Hardcore fällt. Alles was nach härterer Gitarre, Punk- oder Hardcore - Riffs und einem treibenden Schlagzeug nur ansatzweise riecht, ist heute Post - Hardcore. Ich persönlich bin ja eher Freund der alten Schule, aber wer weiß, vielleicht hat ja die Newschool auch was tatsächlich Neues für mich parat, was mir sogar gefällt.
WE ARE THE OCEAN kommen aus England und seit 2007 unter dem Namen aktiv und haben es neben einem Album auch auf neun Singles und zwei EPs gebracht. Ein beachtlicher Output, den selbstverständlich hat die Band auch schon einige Konzerte in der Zeit gespielt.
Mit “Go now and Live“ bringt der Fünfer das zweite Album der Bandgeschichte heraus. Der Titel ist gut gewählt. “Geh raus und lebe“, ein Gegenkonzept zur Facebook - Realität.
So bekommt die Scheibe ohne einen Ton gehört zu haben schon einen Sympathiepunkt.
Die Songs von WE ARE OCEAN sind in gefällige Melodien gepackt, die man gerne auch mal im Radio hört und die einem schon irgendwie gefallen. Es ist irgendwie, Indie, Alternative und klingt nach Gegenkultur. Die Band singt tatsächlich meist auch und schreit nicht ihren Weltschmerz heraus wie es so viele Bands tun die ihren Stil Post - Hardcore nennen, so dass man hier nicht von einer mit Musik unterlegten Urschreitherapie ausgehen muss. Die Arrangements der Songs sind überlegt und klug. Die Songs haben genau die Härte um sie noch in die Sparte Post - Hardcore einordnen zu können, haben aber genug gefälligen Rock um auch außerhalb der Szene eine Menge Fans zu finden. Ja sogar die Freunde des gepflegten Poprocks dürften teilweise gefallen an diesem Werk finden und den Song “Runaway“ als ihren Lieblingssong bestimmen.
Es ist nicht verwunderlich, dass die Band besonders in UK eine große Fanbase hat. Irgendwie klingt das auch alles nach UK. So ein bisschen wie Oasis in Underground.
WE ARE THE OCEAN haben mit “Go now and Live“ ein gefälliges rockiges Album veröffentlicht, was auch Hardcore, Punk, Rock und Pop-Einflüsse aufweisen kann, somit also eine angenehme Vielfalt bietet, und dem Hörer somit auch nach mehrmaligen abspielen der CD noch zusagt. Es ist aber nicht Post-Hardcore im eigentlichen Sinne, dafür ist das Album zu schön und zu soft.




