THE KING BLUES – PUNK & POETRY

Review

THE KING BLUES

PUNK & POETRY

Genre
CD
Label
Transmission Recordings & PIAS
Datum
31.05.2011
Autor
Frank
9 /10

THE KING BLUES, noch nie gehört? Willkommen im Club.

Mir war die Band bisher auch nicht bekannt, aber nun kam ihr neues Album zu mir nach Hause und wurde mir wärmstens ans Herz gelegt.

“Punk & Poetry“ ist das dritte Album der sechsköpfigen Band aus London. Das Cover sieht schon mal sympathisch nach Streetpunk mit einer düsteren Note aus. Hören wir uns also die zwölf Songs mal an.

Was ist den das? Hip Hop kommt da aus den Boxen. Mmmh, also das wird mir wärmstens ans Herz gelegt? Soll ich auf meine alten Tage diesen Sound gut finden, der mir doch immer etwas suspekt, weil zu stereotyp und zu posig ist. Der erste Titel ist aber nur kurz, und danach kommt ein Song, der der nächste Soundtrack für die Revolutionäre 1. Mai - Demo in Kreuzberg werden könnte. Der Titel hört auf den Namen “We are fucking angry“. Ein Song der Hip Hip, Hardcore und Streetpunk auf´s beste verbindet. Das Video dazu passt perfekt zum Text. Zu sehen ist es unter  http://www.youtube.com/watch?v=sJu647r7MXE

Textzeilen wie “This is classwar, this is classwar“ bleiben schon beim ersten Hören hängen, und lassen einen an den letzten Pflastersteinwurf denken. Es ist für mich der beste Song des Albums. Alleine der Song lohnt schon den Kauf der CD. Es ist mitnichten ein Song der aggressiv macht, es ist vielmehr ein Song der aufrichtig zeigt, wie sauer die Band und große Teile der Bevölkerung auf die Politik sind. Da geht es THE KING BLUES aus England nicht anders als uns. Überall machen die Herrschenden alles um ihre Macht zu behalten, und die Bevölkerung muss unter immer schlechteren Arbeitsbedingungen, für zu wenig Geld arbeiten und kann noch froh sein, wenn sie einen Job und ein kaltes Loch was man allgemein hin Wohnung nennt hat. Danach legt die Band mit “We set the world on fire“ noch einen softeren Song nach. Klingt in den ersten Sekunden sehr nach Buster Shuffle, aber dann kommen Chöre und dann ist der Gedanke schnell weg.

Der Sechser gibt sich allerdings mit ihrem eigenen sehr guten Mix aus Hip Hop, Streetpunk und Hardcore nicht zufrieden. Bei den nachfolgenden Songs ist auch Reggae, Ska und Pop zuhören. Das fluffige “I want you“ ist gerade blumig im Vergleich zu den Songs davor. Das dann folgende “Bottles of Shampoo“ ist bluesig, romantisch. Bevor es kitschig wird kommt

mit “Sex Education“ 1A Dancefloor - Smasher, der sich vielleicht aufgrund des Wortes “Sex“ schon gut voranbringen wird. Es ist auch zu zuckersüß wie die Mädels der Band im Background “Sex, Sex, Sex“ hauchen. Da will man doch gleich wissen, was die einem noch beibringen können.

Mit “Shooting Fascists“ bringt die Band dann sogar eine Singer / Songerwriter - Nummer. Wenn man dem Promozettel glauben darf, füllt die Band 2000er - Hallen in Großbritannien.

Ganz schön radikal für die Maßen!

Mit Song Nummer elf fragt die Band “Does anybody care (about us?)“, und auch wenn hier der Poprock den Song trägt, so ist es doch ein politischer, sozialkritischer Song.

THE KING BLUES bringen auf “Punk & Poetry“ so viele Stile zusammen, dass man sich schon fast fragen muss, wie die das machen. Die können alles. Völlig verrückt.

Dazu haben Sie Texte die aufrütteln. Vielleicht schafft die Band es, die Subkulturen und verschiedene Bevölkerungsschichten zusammenzubringen um gemeinsam was zu bewegen. Zeit wäre es!

THE KING BLUES sind im Herbst mit Broilers auf Tour. Gebt sie euch!

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