
Was soll man davon halten?
Ziehen wir in den Krieg?
Soll das Zusammenhalt symbolisieren?
GIMP FIST geben bei ihrem neuen Album schon vom Cover her eine Menge Interpretationsspielraum.
Sie grüßen im Booklet The Business, die ja auch schon mit der englischen Seekriegsflagge im Hintergrund auf der Bühne standen.
Geht es hier also sogar um überbordenden Patriotismus?
Oder weiß man nur, wo die eigenen Wurzeln liegen?
Ein Album mit dem Cover von “Marching on and on“ mit der deutschen Flagge würde ich nicht anfassen. Ohne jetzt GIMP FIST in eine rechte Ecke stellen zu wollen, aber Patriotismus und Deutschland ist ein schwieriges Thema (um es mal vorsichtig zu formulieren).
Um jetzt aber nicht irgendwelche Abhandlungen von Metaphern auf Plattencovern zu schreiben, wende ich mich der Musik zu.
GIMP FIST spielen das, was man weithin als Streetpunk bezeichnet. Ein wirklich angenehmer, immer treffender Gesang, gepaart mit gut akzentuiertem Gitarrenspiel, einem ordentlich brummenden Bass und einem guten Schlagzeugspiel.
GIMP FIST sind aber keine beliebige Streetpunkband, den sie lassen immer wieder ihre starken Oi-Wurzeln hören, die im Boden von ´77er Punk festsitzen. Dazu kommt viel Gespür für Melodie und ein Händchen für eingängige Melodien. Bei “Guilty“ kommt sogar so was wie Reggae aus den Boxen.
Es macht Spaß der Band zuzuhören, wie sie über Zusammenhalt und den ätzenden Alltag singt. Das schaffen sie so gut, dass all die unschönen Themen gar nicht mehr so schlimm sind. Beim Hören der Briten zaubert sich ein Grinsen ins Gesicht, die Hand ballt sich zur Faust und die gute Laune kommt hoch.
GIMP FIST sind vielleicht moderne The Business.
GIMP FIST sind vielleicht rockige The Clash.
GIMP FIST sind vielleicht die Speerspitze des Melodic-Oi-Punk.
Eins sind sie aber ganz sicher, eine Band die mit “Marching on and on“ ein Album hingelegt hat, dass einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf geht.
Beim Hören der 13 Tracks überlege ich fast, mir meine Haare abzurasieren und Skin zu werden.



