
Von den Songs und der Technik her ist das nämlich wirklich alles tadellos. Viel Dynamik, ruhige, atmosphärische Passagen wechseln sich mit preschenden Refrains ab. Die Melodien Erzeugen eine mal spannungsgeladene, mal beinahe träumerische Stimmung, die Instrumente lassen sich gegenseitig genügend Raum, um zur Geltung zu kommen.
Was mich jedoch immer wieder aus dem Fluss des Hörens herausriss, war der Gesang. Stellenweise ganz gut, aber irgendwo passt er dann wieder ständig nicht herein. Es sind die Texte über Zwischenmenschliches, Sozialkritik und der Mix aus Drama und Pathos, die, gepaart mit der affektierten Stimme dafür sorgen, dass ich dem Sänger seine Worte einfach nicht abnehme. Dazu der Umstand, dass (so unterstelle ich einfach mal), Englisch nicht seine Muttersprache ist, was mich so ähnlich aus dem Hörerlebnis hinauskatapultiert wie eine schlechte Synchronisation aus einem Film. Dabei gibt es nicht mal einen auffälligen deutschen Akzent zu hören, es wirkt einfach so, als wären die Zeilen sie auf maximale Wirkung aus anderen coolen Liedern auf Englisch zusammengeschustert. Jedenfalls ist allein der Umstand, dass mich so etwas im Moment des Hörens mehr irritiert als dass ich mich in die Musik einfühlen kann, sehr schade.
Wäre nicht dieses Manko, könnte das rein von der Mucke her ein cooles Album sein, das ich immer in Momenten der nachdenklichen Entfremdung vom Universum genösse. So bleibt es leider für mich immer mit einem schwer genießbaren Nebengeschmack versehen. Wen das nicht stört, der kann trotzdem mal reinhören. Starke Momente sind nämlich auf jeden Fall enthalten.


