Bäd Hammer – Viva la Revolución!

Review

Bäd Hammer

Viva la Revolución!

Genre
CD
Label
D.I.Y.
Datum
17.08.2014
Autor
MC GAudibuizn
6 /10

Der Hammer hat wieder zugeschlagen!
Die Steirer Burschen legen nach und veröffentlichen mit "Viva la Revolución!" ihr zweites Demo. Sie nennen ihren Stil "Thrashed Metal". Diese Stilkreation der drei Österreicher würde ich jetzt mal als Melodycore mit starken Punk- und Metaleinflüssen bezeichnen.

Es geht richtig hart und schnell zur Sache auf der Scheibe.
Das Gaspedal wird bis zum Anschlag durchgedrückt, wobei es auch sehr interessante Tempowechsel gibt. Überhaupt ist es eine Ohrenweide, wieviel Abwechslung in den Songs steckt. Sind andere Veröffentlichungen des Genres oft richtig platt und uninspiriert, strotzt man hier nur vor Spielfreude und Kreativität.

Die Produktion ist sehr rauh und scheißt auf Technik und Effekte.
Richtig oldschool wurde auch eingespielt. Nix "clickclack" aufm Kopfhörer. Das was hinterher rausgekommen ist klingt organisch und dreckig und geht richtig straight durch.

Bäd Hammer haben auf "Viva la Revolución!" als Konzept ein bischen auf Horrorwestern gemacht. Auf dem Cover ist ein Sklelett mit Sombrero zu sehen, der gerade eine Fahne hält. Das Intro "El exordio de la sedición" das die Platte mit Westerngitarre und Congas einleitet baut richtig gut Spannung auf ehe mit dem Titeltrack ein brachialer Sturm losbricht. Für mich der beste Song der EP. Erinnert mich von der Spielweise an frühe Strung Out.

"Viva la Santa Muerte" ist wieder stärker metalorientiert und  vertrackter ohne dabei auf den Sack zu gehen. Ganz im Gegenteil die Parts sind durchdacht und passen gut ineinander. Vertrackt ist auch der Track "Lost". Hier wird melodisch gegrowlt und dabei munter drauf losgebolzt, In dem Song geht es um die Entführung eines Mädchens, das auf einer einsamen Straße entführt  und eingesperrt wurde.

Der Song "Speed Bastards" der einzige Song auf deutsch und ist dem Titeltrack sehr ähnlich. Wo es sich die Band richtig verkackt ist eine Coverversion von Motörheads "Bomber". Nicht nur, dass Motörhead zum gefühlt 84750693 mal gecovert wird, hier passt einfach garnichts. Der Drive des Originals kommt nich rüber und die Doublebase zerstört das ganze Feeling des Songs. Den Vogel schießt der Gastsänger ab. Timing total daneben hört er sich an wie auf einem Schiffsausguck. Da kann auch das punktgenaue Solo des Gastgitarristen nur bedingt retten. Unterirdisch, das gibt Punktabzug. ;)

Ansonsten ist die Band an den Instrumenten sehr fit. Besonders das Gitarrenspiel von Matthias Feurer und Peter Hofmeisters schnelles und tightes Drumspiel gefallen mir sehr gut. Christian Kayer am Bass macht auch einen verlässlichen Bassjob. Der Gesang ist richtig schön giftig aber stellenweise könnte er noch überzeugender und deutlicher sein. Auch die Texte sind nicht das Gelbe vom Ei.

Die Band arbeitet momentan an neuem Material. Ich bin gespannt was da kommt, das ganze ist sehr vielversprechend. Ich freue mich!

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