
Der Offbeat zieht sich genauso wie das revolutionäre Ansinnen durch beide CDs. In dieser Menge, gebe ich zu, wird es mir teilweise zu monoton. Zumal manche Bands einfach besser sind als andere, die dann eher wie der nicht ganz so talentierte kleine Bruder klingen. Zum Glück gibt es immer wieder Stücke, die herausstechen und entweder etwas anders machen oder aber einen besonders guten Sound haben. Da wären zum Beispiel THE IDIOTS aus dem fernen Deutschland mit einem etwas naiven Liebeslied, das aber nach all den Solidaritätsparolen eine angenehme Leichtigkeit beiträgt. Oder JEUNESSE APATRIDE (Kanada) mit abwechselnd Männer- und Frauengesang. Auch die Dub-Stücke mag ich. Und STREETS OF RAGE (Frankreich) haben sich nach einem meiner liebsten Mega-Drive-Spiele benannt und bekommen so gleich einen Pluspunkt. Dazu beenden sie die Liedersammlung mit fetzigem Oldschool-Hardcore und geben dem Hörer so noch die nötige Portion Wut mit auf den Weg.
Was auf jeden Fall eine Leistung für sich darstellt, ist es, so viele verschiedene Länder auf einem Sampler zu vereinen. Allein das sorgt schon für sprachliche Abwechslung und ist vom Gedanken her sympathisch. Wieder einmal fällt auf, dass spanische Slogans auch gern von Bands aus Regionen verwendet werden, die dort eine ganz andere Muttersprache haben. Das Land der Anarchisten hat in dieser Hinsicht einen kulturellen Exportschlager. Und nicht eine Band aus USA, ist dort der Kampf schon verloren? Die verschiedenen Sprachen sorgen also auch für Kurzweil, sogar Russisch und Baskisch (was sonst) sind vertreten. Und erwähnte ich schon, dass ich britisches Englisch mag? Das lässt manche Songs gleich nach THE SPECIALS klingen.
Insgesamt ein gutes Paket Musik, wo sich Ska, Punk, Reggae und Dub die Klinke in die Hand geben. Ein partytauglicher Mix ist „Dance to the Revolution, Vol. 2“ allemal, wenn auch für mich ohne wirkliche Höhepunkte. Aber bei manchen Bands merkt man, dass es sich lohnt, noch mehr nachzuforschen. Wer auf diese Art von Musik steht, macht mit diesen CDs nichts verkehrt, wer nach dem erfolgreichen Guerilla-Kampf gern mit Genossen und Genossinnen das Tanzbein schwingt, auch nicht.



