
Hier wird ein Gemisch aus hartem Metal, Gothic und Rock gekocht, dass sich im Infoblättchen dazu als „Melodic Dark Metal“ tituliert. Mit diesem Infoblättchen auf Deutsch und Kindergarten-Englisch kündigt sich auch gleich das dräuend Ungemach an, wenn es da heißt: “With their actually LP “In Creeps Clothing“ the Band is ready to blow you off!“
Und diese Unbeholfenheit zieht sich dann vom ersten bis zum letzten Stück durch. Bitte! Ich bin weit entfernt davon, jemandem schlechte Sprachkenntnisse zum Vorwurf zu machen, aber in solch einem Garten von Stilblüten liegt man schlecht gebettet. Dann lieber auf Deutsch oder gern Mittelhochdeutsch, das passt wenigstens zum Grusel-Artwork der CD.
Ansonsten sind das hier mehr als solide gespielte Stücke, in dieser Hinsicht gibt es nichts zu meckern. Besonders wenn dann mal aus dem finsteren Wald wildes Gekreische oder Growling hervordringt und der Härtegrad nach oben geht, wird es auch mal richtig gut. Leider sind diese Momente zu selten, wozu die ganzen Geisterbahn-Elemente vom Keyboard und vor allem der Gesang von Julia Mann beitragen. Die hat im wesentlichen zwei Stile drauf: Rockig mit Ausdruck und Kante, und sphärisch-gotisch. Die Wirkung des ersteren versaut sie sich regelmäßig, indem sie zwischendurch wieder auf körperlose Chorsängerin umschaltet.
Die gelungenen Ansätze können die Musik in ihrer ungelenken Affektiertheit nicht retten. Die Stücke ufern mal aus, mal stehen sie sich selbst bei dem Versuch im Weg, auf Beelzebub komm raus verschiedene Stile unter einen Hut zu bringen. Am epischen Elfminüter zum Abschluss hat sich die Band leider auch überhoben, zu willkürlich wird hier ein Part an den nächsten geklatscht.
Nur, weil es in Europa keine Hexenverfolgung mehr gibt, muss man gleich solche Musik machen. Dann lieber Horrorpunk!



