
Es gibt Geschichten über das Leben im gesellschaftlichen Zwielicht, über Erweckungsmomente durch eine abgewarzte Bob Dylan-Single, über das Meer und die Liebe. Ein Stück von Tom Waits darf auch nicht fehlen.
Mich hat die Platte nicht unbedingt beim ersten Mal überzeugt. Vielleicht weil die Absicht dahinter, diese melancholische Stimmung und Zeitreise zu erzeugen, zu deutlich ist. Sie steht sogar auf der Rückseite des Booklets. Das ist einerseits ehrlich, zu sagen, ich hatte jetzt Bock, das zu machen. Andererseits sagt ein Zauberer auch nicht erst an, dass er jetzt ein Kaninchen aus dem Hut zaubern wird. Außer, wenn er stattdessen eine zersägte Jungfrau herausholt. Aber ich schweife ab.
Man muss sich auf diese CD und ihre Grundidee einlassen, um darüber hinwegzusehen, dass man eine dicke Portion Pathos reingedrückt bekommt. Mit geräderter Stimme. Könnte der auch sauber Singen, wenn er wollte? Ist das nur aufgesetzt? Und dann Texte über Figuren wie aus Romanen. Beten zu den Göttern des Rock 'n' Roll. KISS? Nein, Robert Zimmermann. Zur Gänze kann ich das John Allen nicht abnehmen. Aber genügend, um da mitzugehen. Es sind auch ein parr wirklich schöne Zeilen dabei. Ich habe auch schon manchmal nur eine Gitarrensaite gezupft, um den einen nackten Ton komplett ausklingen zu lassen und zu schauen, ob da Blues drin steckt. Ich mag das, diese Reduziertheit, und wer gerade allein in die Nacht schaut und sinniert, kann vielleicht auch etwas mit diesem Album anfangen.



