Eine Split-EP zweier Bands, die aber zusammengehören. Was jetzt das Nebenprojekt von wem ist, ist unwichtig, jedenfalls sind personelle Überschneidungen gegeben und man tourt praktischerweise gern zusammen. Vermutlich treten die Bands – zugunsten der Dynamik des Abends - in anderer Reihenfolge auf als auf diesem Album. Es geht los mit einem krachenden Streetpunk-Song der Plattfüße. Während ich noch überlege, ob ich nicht versehentlich die berühmten Dudelsackpunker aus Boston eingelegt habe, nimmt die Musik eine Wendung in ein erstklassiges Rock 'n' Roll-Solo. Kaum mit dieser Nummer durch, wird es wieder folkiger, ohne auf ballernde Drums und Mitgrölpassagen zu verzichten. Die filigranen Töne mit Mandoline und Westerngitarre kommen erst ab der zweiten Hälfte zum Vorschein, wo 6'10 den Woodie Guthrie gibt. Die Musik ist hier weniger frontal, die Verzerrer abgeschaltet, stattdessen entfalten sich die Songs in einer ruhigen, wehmütigen Stimmung. Ein schöner Abklang für diese Sammlung von Songs, die es nicht auf eine andere Platte schafften. Wenn das ein Hinweis auf die Qualitäten beider Bands ist, lohnt sich wahrscheinlich auch das eine oder andere ihrer Alben. Bei dieser EP ist hingegen die Kombination von Stilen reizvoll, die zeigt, dass man als Musiker in mehreren Welten zu Hause sein kann.
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