
Nun sind ja NOFX immer für eine Überraschung gut, aber werden sie mich wirklich überraschen können? Nach 12 Studioalben kennt man ja die Band.
Oder?
“First Ditch Effort“ bringt das Kunststück fertig NOFX zu sein und zu überraschen!
Natürlich ist NOFX, NOFX. Da wird man nichts dran ändern können.
Klassische NOFX-Punkrocksongs wie “Six years on dope“ sind 100 % NOFX.
Auch das nur 01:14 Minute lange “Happy Father´s Day“ ist das, was wir kennen und lieben. Das ist NOFX!
Beim Hören fällt schnell auf, das ist alles NOFX. Es sind alles Songs, die man von der Band erwartet und doch sind sie etwas anders.
Textlich und von der Dramaturgie ihrer Arrangements sind die Songs nochmal besser als das, was wir kennen. Natürlich ist ein Lächeln, ein schelmisches Grinsen und die Melodie der guten Laune wieder mal der rote Faden der sich durch die Platte zieht. Aber, dieser rote Faden ist nicht biologisch gefärbt, sondern mit dem Blut der Realität und den Dornen der Rosen die man verschenkt. Wehe die Angebetete sticht sich an diesen...
Die Band um Fat Mike hat es geschafft ein Album zu veröffentlichen was so viel ist, was man sich von der Band wünscht und doch nur so viel Erwartungen erfüllt, wie es sein muss um die Fans nicht zu verschrecken.
Songs wie “I don´t like me anymore“ und “Dead Beat Mom“ zeigen, dass nicht nur alles Friede, Freude, Eierkuchen ist.
Neben den zwölf Punkrocksongs gibt es als dreizehnten Song mit “Generation Z“ noch eine lange Nummer. Über fünf Minuten geht das Stück. Es ist vielleicht das beste, weil intelligenteste und zugleich widersprüchlichste Stück auf dem Album. Es laviert sich durch den Kosmos von NOFX. Realität, Träume, Sehnsucht, konkretes Handeln, Glücklich sein...
NOFX haben für mich mit “First Ditch Effort“ das beste Album seit langem veröffentlicht. Hätte ich der Band so nicht zugetraut. Um so erstaunter bin ich...und um so glücklicher.



