Es ist die letzten Jahre etwas ruhiger geworden um die Ikonen des Kalifornia-Punkrock, ja um die Band die diesen Stil quasi erschaffen hat. Die Rede ist von NOFX.
Die Ruhe ist vorbei!
Es gibt mit “West Coast vs. Wessex“ eine Split-Veröffentlichung mit Frank Turner.
Wie das so ist, covert die eine Band die Songs der anderen, in diesem Fall des Musikers Frank Turner und Turner macht es ebenso.
Herausgekommen sind zehn Songs von denen fünf von NOFX stammen und fünf Songs von Frank Turner.
Den Anfang machen NOFX mit ihren fünf Interpretationen von Songs von Frank Turner.
Schon die ersten Sekunden des ersten Tracks “Substitute“ machen klar, wer hier Musik macht. Die Stimme von Fat Mike ist außergewöhnlich und immer heraus zu hören. So auch hier. Es ist aber nicht nur die Stimme von Fat Mike, sondern der ganze Sound. Hier kommen NOFX so rüber, als ob sie nicht älter geworden wären. NOFX wie man sie kennt!
Die Arrangements sind nicht einfach nur schöner Punkrock Kalifornischer Art. Die Band hat sich teilweise auch in andere Sphären begeben, so ist “Thatcher fucked the kids“ eine Midtempo-Nummer mit Keyboard-Unterstützung. Was soll ich sagen? Die Band kann das auch, die können einfach alles! Natürlich gibt es aber auch die fast klassisch zu nennenden Punkrock-Nummern. Nummern, für die wir die Band so lieben.
Was macht Frank Turner mit den NOFX-Songs?
Er hat natürlich eine etwas andere Herangehensweise, schließlich macht er auch etwas andere Musik.
Das dies jedoch kein Nachteil sein muss, hört man schon beim ersten Song “Scavenger Type“. Das klingt so gar nicht nach dem was man von Frank Turner erwarten würde. Der Song bekommt eine Pop-Punk-Note und knüpft eigentlich an die fünf Songs von NOFX an. Er ist eine Klammer oder eine Art Übergangssong, zumindest, wenn man den nachfolgenden Song “Bob“ hört. Das ist dann schon eher das, was man von Frank Turner erwarten würde. Die Erwartungen werden erfüllt. Mit Gitarre und Gesang und Mundharmonika und etwas Klavier bekommt hier ein schwungvoller und doch trauriger Punkrock-Song ein neues Gewand. Eine Ballade, genau passend, zu dem Liedtext. Das ist schon echt große Kunst zu nennen. Das gefällt selbst so einem alten Punkrock-Barden wie mir.
“Eat the Meek“ ist dann eine Midtempo-Elektropop-Nummer. Muss man mögen, ist auf jeden Fall mal was Neues und kann man eben auch mal machen.
Dann kommt wieder etwas erwartbares von Hr. Turner, jedoch nicht übel und wieder sehr gefällig, also durchaus hörbar und sympathisch.
Der letzte Song “Falling in Love“ wird dann fast zu einer mystisch, sphärischen Nummer, die auch etwas speziell ist. In dieser Nummer kommt wieder Frank Turners charismatische Stimme zum Ausdruck und hat Platz sich zu entfalten, was der Komposition gut tut.
Insgesamt muss man sagen, dass mir die Interpretationen von NOFX besser gefallen, wahrscheinlich auch deshalb weil ich diesen Sound so gerne habe.
FRANK TURNER hat in seinen zu covernden fünf Songs mehr Kreativität und Ideen einfließen lassen, die vielleicht nicht jedem gefallen, die jedoch die Klasse von ihm zeigt.
Als Fazit denke ich sagen zu können. Interessante Sache.
Fans von NOFX als auch von FRANK TURNER sollten sich diese Scheibe anhören, den interessant ist sie auf jeden Fall und das ist eine Menge wert.




