Wo und wann habe ich LARRIKINS aus Goldberg in Mecklenburg-Vorpommern das letzte Mal gesehen? War es im Astra in Berlin als Support von Dritte Wahl? Ja, ich denke schon, denn Dritte Wahl-Konzerte im Astra waren in meinem Kalender stets feste Termine. Ich erinnere mich auch an einen Gig im Wild at Heart aus 2018.
Hatte die Band aus der Kleinstadt Goldberg, südlich von Güstrow und nordwestlich von Malchin anders in Erinnerung. Aus dieser Erinnerung heraus habe ich mir das Album angefordert und bin nun doch etwas...sagen wir ernüchtert. Das liegt nicht daran, dass das letzte Bier schon lange her ist, sondern daran, dass der Sound der Band so gar nicht mit meinen Erinnerungen übereinstimmt.
Die zehn Songs auf “Reminiszenz“ sind musikalisch im Midtempo-Punkrock verankert.
Der Gesang geht mal in Richtung Onkelz und Konsorten, wie z.B. bei “Arme Wichte“ oder auch bei “Glückskind“ sowie vor allem bei “Unser Leben“ und mal macht er so einen
Deutschrock-Eindruck, so irgendwie in Richtung von einer Sparte die es gar nicht gibt, Schlager-Punkrock. Also nicht so was wie Eisenpimmel, sondern eher so was wie eingängige Rockmelodie und einem etwas einfältigen Text der sich zwangsläufig auch reimen muss, wie z.B. bei “Gib nie auf“ oder auch bei “Sehnsucht nach Liebe“.
Musikalisch ist das alles durchaus eingängig und nicht schlecht gespielt, aber die Kombination aus rauer Stimme, manchmal infantilen Texten bzw. Textpassagen und dieser irgendwie aufgesetzt klingenden “Dicke Hose Attitüde“ spricht mich so gar nicht an.
Schade eigentlich, denn Bands aus den ländlichen Gebieten haben es nicht einfach, zu Mal aus Mecklenburg-Vorpommern und das die Jungs korrekt sind, sollte klar sein. Alleine schon deshalb, weil ihre Alben-Veröffentlichungen von 2016 und 2019 auf dem Label der Band COR, Rügencore Records, erschienen sind. Nun, dafür gibt es noch einen Sympathiepunkt extra, so sieht das Gesamtergebnis nicht total nach einem Verriss aus.



