Kurz vor Weihnachten gab es eine Überraschung.
Unangekündigt lag das neue Buch von Alex Gräbeldinger in meinem Briefkasten.
Alex Gräbeldinger...war da nicht mal was?
Ja genau, das war doch der mit Büchern wie “Ein bekotztes Feinrippunterhemd ist der Dresscode zu meinem Lebensgefühl“ und “Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“.
Von “Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“ gibt es auch eine Review bei ramtatta.de, welche unter dem folgenden Link zu lesen ist:
https://www.ramtatta.de/s/reviews/f/details/id/3880/
13 Jahre ist es her, dass ich “Bald ist Weltuntergang, bitte weitersagen!“ gelesen habe und zwischenzeitlich war Gräbeldinger nicht faul. Weitere Bücher, Hörbücher und sogar ein Theaterstück sind aus seiner Feder entstanden.
Nun liegt Alex Gräbeldingers neuestes Werk vor “Lass uns einen Schritt zurücktreten und das Chaos bewundern, das wir angerichtet haben“. Ein langer Titel, klingt nach dem Ziehen eines Fazits oder auch nach Betrachtung der Situation von außen.
Das Buch umfasst auf 157 Seiten kurze und längere Dialoge die auf das Jahr 2017 zurückgehen und / oder Basis für das Theaterstück waren, welches 2018 insgesamt acht Mal in Köln aufgeführt wurde.
Man könnte jetzt also sagen, hier werden olle Kamellen aufgewärmt und so ganz von der Hand zu weisen lässt sich das nicht, aber...und das gilt es zu beachten, auch wenn die geschriebenen Wörter hier nicht die neuesten sind, so sind sie nicht unaktuell.
Viele Dialoge beschreiben das Leben zwischen Chat-und SMS-Kommunikation. Es sind alltägliche Dialoge in denen mal mehr, mal weniger tiefgründiges zu Tage kommt. Im Alltag der Belanglosigkeiten oder hoch philosophischer Alltag?
Das Buch ist sehr kurzweilig. Das im wahrsten Sinne des Wortes. Es liest sich gut weg, man entdeckt sich hier und da, schmunzelt, grinst, lacht, schüttelt den Kopf und merkt, dass Alex Gräbeldinger kein anderer Mensch ist als du und ich.
Krasse Erkenntnis!
Ist Alex einfach nur jemand der den Alltag mehr erfasst und uns mit diesem Buch den Spiegel der eigenen Belanglosigkeiten vorhält? Der eigenen Spießigkeit?
Oder ist es vielmehr Bestätigung, ja Gutheißen des eigenen Lebens, weil man in dem was in dem Buch steht, sich wieder findet?
Interpretiere ich hier zu viel rein?
Diese und andere Fragen kann bitte jeder für sich selber beantworten.
Das Leben ist ein Mysterium.




