ZOO ESCAPE, da denke ich als erstes an die Flucht der dort eingesperrten Tiere, obwohl heutzutage ja ohne Zoos manche Arten gar nicht mehr existieren würden. Schwierig hier eine klare Position zu beziehen, sind die Zoos, zumindest die einigermaßen nach den Bedürfnissen der Tiere ausgerichteten, von der Präsentation exotischer Tiere zur Erhaltung von bedrohten Tierbeständen übergegangen. Ohne das Engagement der Zoos wäre z.B. die Wiederansiedlung von Bartgeier oder Waldrapp nicht möglich gewesen.
Kommen wir aber nun zur Band.
ZOO ESCAPE kommen aus München und bezeichnen ihren Stil als Power-Pop. Es fällt sogar der Begriff Glam-Punk. Ein Mini-Album wurde 2015 veröffentlicht und das Debüt-Album erschien 2018.
Nun, sieben Jahre später kommt das zweite Album mit einem ikonischen Logo auf dem Cover auf den Markt. Ein Logo über das in Zeiten der Spezialoperation in der Ukraine, umgangssprachlich auch Krieg genannt, schon heftig diskutiert werden kann.
Ich möchte diese Diskussion übergehen und mir die Musik der Münchner anhören.
Eröffnet wird das Album mit seinen 13 Songs mit “Vertigo“ und tatkräftiger Unterstützung von Los Fastidios. Der Song erinnert an The Ramones, an Pub-Punkrock und auch an den Stil den Los Fastidios seit Jahren darbieten. Das ist tanzbar, zum mitsingen geeignet und geht gut ins Ohr.
Die weiteren Songs sind ZOO ESCAPE pur. Es gibt einen bunten Blumenstrauß an Stilen die insgesamt eher dem Power-Pop oder dem Pop-Punk zuzuordnen sind. Das ist allerdings nur eine grobe Zuordnung, denn auch College-Punkrock ist zu hören und ein bisschen Bubblegum-Trashpunk a la The Bates höre ich ebenfalls heraus. Zu der ehemaligen Band aus Eschwege passt z.B. “Lonely Hearts“ recht gut.
Beim Hören des Song “Gutters“ assoziiere ich “Lady in Black“ von Uriah Heep. Kann das wirklich passen? Irgendwie weit entfernt und doch nah. Glaube, es ist der Gitarrenriff, dieser eine dominante in dem Song, der mich an die Altrocker denken lässt.
Mit “Hold On“ gibt es eine prima College-Punkrock-Nummer. Prima zum Hüpfen, sanftem Pogo und begeistertem Mitsingen beim Chorus.
Bei “Lockdown Baby“ erinnert mich der Beginn sehr an die leider nicht mehr existente finnische Band “I walk the Line“. Da kommen Erinnerungen hoch. Später geht der Song in ein wildes Garage-Punk-Stück über.
Die großen Fragen werden in “Something in the Water“ behandelt, mit über vier Minuten auch das längste Stück auf dem Album.
ZOO ESCAPE bieten auf ihrem neuen Album wahrlich einen großen, bunten, gut aussehenden Blumenstrauß an. Die abwechslungsreiche Platte weiß durchaus zu gefallen, auch wenn bei mir nach mehrmaligen Hören kaum mehr als “Something in the Water“ und “Lockdown Baby“ hängenbleibt.
Das selbstbetitelte Album von ZOO ESCAPE erscheint auf dem Label KOB RECORDS, welches auch die Alben von Los Fastidios veröffentlicht. Das ist ein Qualitätsversprechen.
Checkt ZOO ESCAPE auf jeden Fall mal aus.




