Französischer Postcore, der verschiedene Musikgenres in sich vereint. Klingt doch interessant!
Im Begleittext zum Album „Le point de non-retour“ finden sich dann Pop, Rock, Electro, Hip-Hop, Hardcore Popcore-Metal, Black Metal, Folk und wer jetzt (wie ich zu Anfang) gar keine Ahnung mehr hat, wie das wohl klingen mag, dem kann ich sagen: Überwiegend Metalcore mit Elementen aus anderen Musikrichtungen.
Was ich schon mal festhalten muss: Das Album ist sperrig, und ich musste es mehrmals hören, bis ich ein Bisschen ein Gefühl für die Songs entwickelte, die überwiegend weit über der 5-Minuten-Grenze liegen. Meist haben sie ruhige Passagen, mit sanftem, melodischem Gesang der Sängerin, der dann schlagartig in Mosh-Passagen übergeht, in denen sie alles niederbüllt. Stelle ich mir besonders live unterhaltsam vor. Leider holt mich beides emotional selten ab. Die Melodien sind entrückt, pathetisch. Die harten Scream-Passagen sind die emotionslose, technische maximale Härte des extremen Metal. Technisch ist ohnehin ein Schlagwort, mit dem man der Band näher kommt. Häufige Rhytmus- und Tempowechsel ziehen sich durch die Songs. Die Stil-Experimente tun der Musik gut und geben dem Album mehr Dynamik. Wobei diese häufig aus dem erwähnten Wechsel zwischen mild und SUPA LAUT UND BRUTAAAAL besteht, was sich ein Bisschen abnutzt.
Nach dem dritten Durchlauf habe ich mich schließlich eingegroovt und kenne die Stellen, die mit gefallen. Es sind reichlich treibende und aufputschende Passagen und Riffs auf diesem Album vorhanden, und ich glaube, sie hätten von einem etwas kompakteren Songwriting profitiert. „Skinned Teeth“ ballert zum Beispiel perfekt durch, trotz vieler Abwechslung. „The Bent Neck Lady“ gibt es gleich in zwei Versionen, und das „Radio-Edit“ von immerhin noch 5 Minuten ist deutlich besser als die 10-minütige Vollversion. Bin gespannt, welcher Radiosender den Leuten auf dem Weg zu Arbeit solche Musik um die Ohren hauen wird.
Einen schönen Einstieg hat das Titelstück mit seinem halb gesungenen Sprechgesang. Ich glaube, aus den ganzen Ideen auf dieser Platte hätte man doppelt so viele Songs herstellen können, die nicht an der Ambition scheitern, episch sein zu wollen und zu viel in zu lange Stücke zu packen. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, für den ist Point Mort eine spannende Angelegenheit. Ach, Eins wundert mich doch ein Bisschen: Keine Songs auf Französisch?




