TYING TIFFANY – Brain for Breakfast

Review

TYING TIFFANY

Brain for Breakfast

Genre
CD
Datum
06.12.2007
Autor
Jan
7 /10
Ich glaub ich werde alt. Seit einiger Zeit lass ich zunehmend Sachen auf dem Plattenteller rotieren, die nicht mehr nur mit reinem Punkrock zu tun haben und find’s zunehmend besser. Also ich schreib das dem Alter zu. Und so fand ich auch die Beschreibung zu Tying Tiffanys neuem Album interessant und wollte mal ein Ohr riskieren. Und was soll man sagen, erst dachte ich, oh Gott, wohl doch daneben gegriffen, dann gingen plötzlich einige Stücke ins Ohr und auf einmal fanden sich auf diesem Album doch mehr Perlen als erwartet. Das ganze hat einen starken Hang zur Elektronik, gemixt mit einer Prise Punk, Dance und vielleicht ein Stücksken Hardcore. Der Opener „Chinga“ beginnt orchestral und bekommt dann eine nette Beat-Untermalung, gar nicht mal schlecht. Aber noch nicht wirklich klasse. Den zweiten Song hak ich ab, der spielt nur elektronisch rum. Dann geht’s aber langsam richtig ab. Song Nummer 4 ist hammermäßig, sensationell ist hier Tschaikowskys Nussknackersuite verbraten und im Duett mit dem Liquidosänger ein Ohrwurm geschaffen. Da passen Samples, die Stimme und Instrumentierung wie die Faust aufs Auge. Und es geht gut weiter. Jetzt macht das Teil richtig Spass und mit jedem Hören schwindet meine Aversion gegenüber Dance- und Elektromusik. Also wenn so was sein muss, dann so. „Pazza“ haut mich wieder um, sehr geil gemacht. Alles in allem sind hier viele kleine Hits drauf und einige, sagen wir mal spezielle Sachen, die ohne den Background von Gitarren und Co. nicht ganz so gut rüberkommen. Am besten kommt Tiffany rüber, wenn sie die Handbremse löst und drauflosbrettert. Bin echt überrascht von dem Album und kann’s jedem empfehlen, der ein offenes Ohr für Musik jenseits des Punkrock hat, nicht jeden Tag aber doch ab und an eine schöne Abwechslung. Erschienen ist das Album bei
I Scream Records und einen kleinen Vorgeschmack gibt’s auf der
My Space Seite von Tying Tiffany.

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