Mastermind von "E For Explosion" ist nämlich der amerikanische Singer/Songwriter Jamison Covington, der bereits mit zarten 18 Jahren als Hälfte von JamisonParker bei einem Major Label unterkam und auch schon stolze 30.000 Alben in den USA verkaufen konnte. Ein Talent, ein großes sogar, vielleicht sogar ein BRAVO- und VIVA-Gesicht, ganz bestimmt aber jemand, der ein Marktsegment und eine Zielgruppe bedienen kann. Die Hauptkundschaft von "Reinventing The Heartbeat" dürfte aus jungen Damen bestehen, so in etwa zwischen 23 und 28 Jahren, die das Red Bull-Wodka-Alter bereits überschritten haben, zwar noch nicht mit der Wärmflasche auf dem Sofa liegen, aber schon häufiger in brennende Kerzen starren. Wer nicht zu dieser Klientel zählt, darf auch beim zweiten Reinhören in dieses Album einiges getrost nerven. Da ist zum Beispiel diese seltsam verhaltene und gepresste, gesanglich doch arg limitierte Stimme von Mister Corvington. Doch scheint der Makel des "couragierten Flüsterns" Markenzeichen zu sein. So heißt es in "I Explode": "Damn this voice... The cowards shout".
Die Liebeslyrik Corvingtons kommt meistens händchenhaltend banal und ziemlich weicheirig daher. Das Spannendste dieses Albums macht aber die Diskrepanz zwischen Form und Inhalt, hier: Sound und Text aus. Das spätpubertäre Klagen wurde in durch die Bank fein, geradezu zärtlich arrangierte Klangarchitekturen gegossen. Es ist schon enorm, wie viel an Raffinesse und ausgeklügeltem Unterbau in diesen Songs steckt, ohne dass diese jedoch überladen oder gar klobig klingen. So larmoyant sich Corvington in seinen Texten gibt, umso selbstbewusster offenbart er sich als Komponist. Möglicherweise hat ihn das Label Eyeball Records zu sehr sein eigenes Ding erlaubt - auf gängige Refrains wurde offenbar bewusst verzichtet. Aber man scheint in New Jersey zu wissen, was man an Jamison Corvington und "E For Explosion" hat. "Reinventing The Heartbeat" könnte die Ouvertüre zu einem wirklich großen Popjuwel sein.



