Schwierig, schwierig, gibt es doch so viele Aspekte, dieses Album in den Himmel zu loben und einige weitere, um genug Kritikpunkte zu finden. „The Martyrdom Of A Catastrophist“, das Debütalbum des Bostoner Quartetts JUNIUS, kommt als Konzeptalbum. Und gerade das ist mir manchmal zu schwierig. Den Aufhänger bietet hier der Katastrophist Immanuel Velikovsky. Große Entwicklungen der Menschheit sollen immer durch Katastrophen hervorgerufen worden sein, seien es Naturgewalten oder die menschlichen Ursprungs. Das erklärt den Titel und die immer wiederkehrenden kurzen Einspielungen des Russen, die Opener absolut in Ordnung gehen, später aber irgendwie auch störend sind. Schwere Kost. Und das bei einer CD, die es ohnehin schon in sich hat. ++++ Musikalisch bewegt sich die CD im Post-Wave mit Einschlägen des Post- und Indie-Rock. Alles erinnert hier an die großen Depeche Mode und Caspian, wobei auch hin und wieder die Gedanken zu The Cure wandern. Und das ist auch das große Plus der Platte, denn musikalisch ist hier alles top, gut abgestimmt, durchgängig überlegt und immer nah an den großen Vorbildern; der Gesang trägt die Melodien und ist ebenso nicht wirklich weit von Depeche Mode entfernt. Alles gut soweit, doch das erste große Minus ist das Fehlen der Höhepunkte. Böse ausgedrückt plätschern die 10 Songs von der ersten bis zur neunundvierzigsten Minute dahin. So schlimm ist es sicherlich nicht, aber vielmehr schade, dass auch nach mehrmaligem Hören keine feste, keine eindringliche Erinnerung bleibt. Höhepunkte stellen sich hier vielmehr kurzzeitig ein, sei es die getragene, düstere bis melancholische, Stimmung der Songs, gesangliche Feinheiten oder perfekt gesetzte Akzente. ++++ Auch an der Produktion wurde nicht gespart. Alles besitzt Tiefe und ist perfekt aufeinander abgestimmt, bis auf den Gesang, der zu sehr im Vordergrund steht und doch ein wenig zu dominant erscheint. Vielleicht dann doch überproduziert?!? ++++ Insgesamt überwiegen aber die positiven Aspekte, so dass die kleinen Schwächen zwar unbedingt benannt, aber nicht zwangsläufig als zu störend betrachtet werden müssen.




