Manchmal sind die den meisten CDs beiliegenden Promozettel, die dem Schreiberling ein paar Infos über die Band geben sollen, so überflüssig wie Guido Westerwelle. Bei dieser CD hätte ich mir allerdings ein paar mehr Infos gewünscht. Immer dann wenn man Infos braucht, sind sie rar.
Die Band BURN PILOT kommt aus der Hauptstadt Ostwestfalens, also Bielefeld, klingen aber keineswegs nach Dorf oder Kleinstadt, sondern nach richtig was.
Der Titel “Bohemian Trauma“ hat mich ja erst an eine Scheibe denken lassen, die mit der aufkommenden Boheme in Deutschland abrechnet, in Berlin Prenzlauer Berg spricht man schon von einer eigenen Boheme, der Bionaden - Boheme.
Die Bielefelder Band rechnet aber nicht ab, zumindest nicht im klassischen Sinne.
Die Band bietet auf ihrem Album acht Songs, die gehört werden wollen. Nicht nur gehört, sie wollen entdeckt werden, aber einen auch mitnehmen in eine Traumwelt, in eine Welt wo alles entspannter, verträumter und schöner ist.
BURN PILOT machen trotzdem Rockmusik. Die dreiköpfige Band schafft es rockige Klänge in anspruchs-und kunstvolle Rahmen zu bringen. Da gibt es Gitarrensolis, Drumsolis, wenig Gesangparts und progressive Songstrukturen. Vom Stil her schwer zu beschreiben, würde das Ganze vielleicht Rock-Ambient oder Dream-Progressive oder Hard-Psychedelic bezeichnen. Das ist alles nicht ganz richtig, aber auch nicht ganz falsch.
Die schnellen Songs wie “Cent“ stören den verträumten Eindruck, den die Platte weitestgehend macht etwas, passen aber als Auflockerung gut ins Raster und sie zeigen, dass die Band ordentlich nach vorne gehen kann, wenn sie den will.
BURN PILOT haben einen Sound auf “Bohemian Trauma“ erschaffen, der eigen ist, der auch mal schnell nach vorne geht, der vielschichtig ist und sicher für laue Sommernächte der perfekte Soundtrack ist.




