Honey Blonde – All Engines Running

Review

Honey Blonde

All Engines Running

Genre
CD
Label
Eigenproduktion
Datum
26.01.2012
Autor
ChaosZx2
9 /10

Jeder Mensch hat Vorurteile, da schließe ich mich nicht aus. Ich bin auch verdammt froh, dass ich sie habe, so kann es sehr angenehme Überraschungen geben. Beim Bandnamen „Honey Blonde“ und einem Songtitel „Unicorns and Rainbows“ habe ich nämlich Weichspül-Rock für Oberstufen-Luffis erwartet, die sich damit rühmen unbeschadet Rock gehört zu haben. Aber es kam anders: Ich bekam ordentlich etwas auf die Ohren und möchte mich in Form von 9 wohl verdienten Punkten entschuldigen.

Am besten könnte man diese Band mit den Worten „Vielfalt“ und „Ohrwurm-Faktor“ beschreiben. Zwischen harten und knallenden Sounds gibt es auch manchmal schöne und hörenswerte Clean-Gitarren zu hören, die mit ähnlich gestalteten Bässen und sehr stimmig gespielten Schlagzeug-Einlagen sehr schön einhergehen.
Geht es bei „Faithful“ und „When My Daydreams Are Over“ etwas gemäßgter und melodischer zu, so hauen die vier Leutchen bei Liedern wie „Mirror“ (der übrigens mein Favorit ist!) und „Octagon“ ordentlich rein und reißen die Verzerrer auf. Da bekommt man gleich Lust auf eine schöne Pogo-Orgie mit Bierbechern, die man während des Prügel-Mobs an die Decke der zu klein geratenen Konzerthalle wirft. Jawoll! Das macht Laune!

Die Stimme ist besonders schwer zu beschreiben. Auf der einen Seite trifft sie ordentlich den Ton und weist auch besonders gute Qualitäten dieser Band auf, indem sie einen großen Teil der Melodie mit trägt, ohne dabei irgendwie sterilisiert oder künstlich perfektioniert zu wirken. Andererseits hat sie aber dennoch eine gewisse „Räudigkeit“, welche sie nicht wirklich massenkompatibel und somit irgendwie besonders macht. Es ist – wie so oft, kommt mir vor – wirklich schwer zu beschreiben, vor allem, wenn der Stil so breit gefächert ist, wie bei dieser Band hier. Letztlich kann man aber sagen, dass sie mitzureißen weiß und besonders die Refrains (ohne dabei die Strophen zu vernachlässigen) fast alle zu Ohrwurm-Titeln macht. Wer also auf lästige Insekten oder bescheuerte Metaphern steht, der wird hier definitiv fündig werden!

Wow! Diese Scheibe hat mich echt umgehauen und verdammt überrascht! Wenn es irgendwann mal einen „Ramtatta-CD-Preis“ geben sollte, der die beste Errungenschaft des Jahres krönt, dann würde ich „All Engines Running“ als heißen Kandidaten aufstellen. Seit dem Eintreffen des Tonträger (was nun schon ein paar Tage her ist) läuft die Musik bei mir auf und ab, ohne dabei irgendwie langweilig zu werden.

Wer hier nicht mindestens einmal rein hört ist selber Schuld. Basta!

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