100.000 Tonnen Kruppstahl, “Kill your kids and die“. Auf dieser Platte sind 14 Songs die auf so schöne Namen wie “Menschenfriedhof“, “Widernatürlicher Unmensch“, “Asileichen“ oder auch “Lebenshaltungskotzen“ hören.
Abgeschreckt?
Wenn ja, dann gehe auf disney.com und richte dich in deiner Bonbonwelt ein.
Wenn Nein, dann lies weiter.
100.000 Tonnen Kruppstahl sind ein Duo aus Berlin, welches sich auf brutalen Grindcore eingeschossen hat. Technisch nicht unbedingt brillant, dafür aber mit umso mehr Energie und jeder Menge Wut im Bauch. Die beiden Jungs drehen bei den Songs so auf, dass ich schon am überlegen bin, ob sie beide mittlerweile in der geschlossen Anstalt sitzen oder noch frei rumlaufen dürfen.
Beim Hören würde sicher kein ach so normaler Mensch denken, dass es sich hier um Musik von zwei normalen Menschen handelt. Aber erstens, wer ist schon normal und zweitens, gehört Grindcore zu der Musik die normal ist?
Mit “Kill your kids and die“ liegt der erste Longplayer der Berliner vor, der ausschließlich auf Vinyl rauskommt und somit die Fans dieser Musik auf´s beste bedienen wird. Ist der Sound auf Vinyl doch einfach besser, weil differenzierter.
Nun ist Grindcore nicht unbedingt meine Welt, wobei ich sagen muss, dass ich das auch mal ganz gerne höre. Macht den Kopf frei. Grindcore ist musikalisches China Öl.
Was 100.000 Tonnen Kruppstahl hier macht, erinnert teilweise sogar an ´80ties Hardcore und fiesen Trash-Sound. Es ist ein Gewitter, welches vom prügelnden Schlagzeug und der aggressiven Gitarre dominiert wird. Dazwischen faucht, brüllt und growlt der Gesang von Herrn Bommel und A. Donnermann durch die Boxen. Der Sound ist rau, roh, brutal, geht richtig fest vor den Schädel und besticht tatsächlich bei jedem Song durch seine kompromisslose Direktheit.
Der Bandname und die Songtitel sind schön provokant gehalten und spielen mit dem Klischee, welches sich bei seltsamen Bandnamen und komischen Songtiteln aufbaut. Das ähnelt stark dem Punk, insbesondere dem Deutschpunk, wo dass ja ähnlich ist, wobei meist nicht so konsequent. Hab zumindest im Deutschpunk noch kein Albumtitel gesehen, welcher dazu auffordert, seine Kinder zu töten.
Freunde der härteren Gangart sollten 100.000 Tonnen Kruppstahl auf jeden Fall mal antesten.
Grindcore, rau und ungeschliffen, so wie es sein soll.
Und wer durchhält, bekommt mit “Schwarze Borsten“ sogar noch einen richtigen schönen Doom-Song geboten. Zum runterkommen und entspannen nach 13 Songs durchdrehen.




