Die Rasselbande aus dem Saarland ist nun schon einige Jahre unterwegs in deutschen Landen und hat ihre Interpretation des Soundtracks der Straße auf unzähligen Bühnen präsentiert.
Nach so vielen Jahren ist es irgendwann Zeit für eine Best Of - Scheibe.
Über Sinn und Unsinn von Best Of – Alben wurde schon viel gesprochen, viel geschrieben und ich werde bei dieser Rezension sicher auch das ein oder andere Wort darüber verlieren.
Zu aller Erst muss man aber die edle Verpackung mit Prägedruck erwähnen. Das sieht gut und hochwertig aus, aber warum müssen es immer Totenköpfe sein? Dieses Symbol wird seit Jahren so inflationär benutzt, dass mittlerweile sogar Versicherungsangestellte daran keinen Anstoß mehr finden. Willkommen im Mainstream, lieber Totenkopf. Wahrscheinlich wird es bei der aktuellen Frühjahrskollektion von Pimkie, Orsay oder H&M auch wieder Klamotten mit diesem Symbol geben und die die das Zeug dann kaufen, kommen sich dann wahrscheinlich so was von cool vor. Während die Coolen schon ein anderes, neues Symbol haben. Nur welches? Ich bin gespannt was da kommt.
Gespannt war ich auch, was die Band für Songs ausgewählt hat, sind doch mittlerweile einige Platten veröffentlicht worden. Und es sind…na ja, eigentlich keine Überraschungen dabei.
Genau genommen entwickelt sich beim Lesen der Texte, die alle im Booklet stehen, der Eindruck dass die Band auf das magische Themendreieck “Freunde“, “Wir sind anders als die anderen und deshalb besser, cooler und geiler“ und “Wir werden immer so sein wie wir sind, weil wir stolz sind anders zu sein“ vertraut und mehr…mehr eben auch nicht. Es sind immer die gleichen Themen, zwar variantenreich gestaltet, aber die Essenz ist die gleiche. Das geht dann auch das ganze Album lang, und hat dementsprechend Längen.
Natürlich werden die Fans der Band das anders sehen, und wenn man ehrlich ist, ist der Erfolg der KRAWALLBRÜDER auch durchaus nachvollziehbar. Und besser als eindeutige Grauzonenbands sind die Saarländer sowieso.
Das einzige was wirklich den Kauf lohnt, sind zwei Live-Tracks die die Band in Berlin aufgenommen hat, die aber auch auf der “15 Jahre - Live in Berlin“ enthalten sind.
Stellt sich also die Frage, was mit dieser Best Of machen?
Der Fan hat eine schöne Scheibe mit seinen Lieblingsliedern, und wird sicher gefallen an dem Tonträger haben.
Derjenige der die Band bisher noch nicht kennt, wird auch die Grenzen der Band beim Hören schnell entdecken und sich fragen, warum die Jungs so erfolgreich sind. Damit will ich nicht sagen, dass die Band schlecht ist, aber man sieht eben das abgesteckte Gebiet auf dem sie sich austoben. Da die Jungs das schon länger machen, machen sie das gut.
KRAWALLBRÜDER gehen dieses Jahr noch im Slapshot auf Tour und spielen in Hallen in die für sie vor Jahren maximal als Support gespielt hätten. Nun wahrscheinlich Headliner und wahrscheinlich häufig in ausverkaufter Halle.
Bin auf das neue Album gespannt, mal sehen was Pascal und seine Mannen da so zusammen gezimmert haben. Ich lass mich gerne überraschen.




