Cynthia Ceilán – Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge

Review

Cynthia Ceilán

Dumm gelaufen: 600 Missgeschicke mit Todesfolge

Genre
Literatur
Label
Bastei Lübbe
Datum
08.11.2012
Autor
aaaaaprvdgrwwelt
7 /10

Vorab muss gesagt werden, bei diesem Buch sollte man wissen, worauf mein sich einlässt. Weshalb sich Menschen dieses zulegen um sich hinterher über den Inhalt zu beschweren wird mir nicht klar. Der Titel "Dumm gelaufen" ist noch äußerst allgemein gehalten, doch direkt unter dem blinzelnden Totenkopfsymbol auf dem Einband sollte es zu keinen Missverständnissen mehr kommen, steht da doch geschrieben "600 Missgeschicke mit Todesfolge". Die Autorin Cynthia Ceilán hat hier im Stile des Darwin Awards Fälle gesammelt, bei denen sich ganz besondere Unglücksraben auf kreative Art und Weise ums Leben bringen oder teilweise auch gebracht werden.

Wer also keinen Gefallen dabei findet, zuzuschauen wie Otto Mayer von einem herabfallenden Blumentopf den Schädel zertrümmert bekommt, auf der Straße liegend von einer Straßenwalze überrollt und dessen blutige Überreste letztlich von den Tauben aufgepickt werden, der sollte doch besser einen großen Bogen um dieses Werk machen. Doch wie wir von den schlimmen Unfällen mit Schwerverletzten und gemeinschaftlich im Auto verbrennenden Familien auf der Autobahn wissen, ist es ein Grundbedürfnis der Menschheit, mal kurz anzuhalten und das Schauspiel ganz aus der Nähe betrachten zu wollen.

Wer also mit dem Thema klar kommt, dem bieten sich hier kurze Berichte über das unnatürliche Ableben von manchmal bekannteren, meist aber gänzlich unbekannten Lebewesen von heute und damals. Beleuchtet werden tatsächlich auch eher historische Todesfälle und um ganz genau zu sein, kommen ein paar wenige sogar mit einem blauen Auge davon. Von daher sollte man den Untertitel nicht auf die Goldwaage legen und genau 600 Leichen zählen wollen. Wobei, die Zahl konnte aufgrund dessen sogar überschritten werden, dass teilweise ganze Heerscharen dahin gerafft werden. In mehreren Kapiteln sind die Berichte ganz grob in verschiedene Themen einsortiert, Zusammenhänge sollte man dadurch nicht erwarten.

Persönlich hätte ich mir häufig gewünscht, ausführlichere Erläuterungen zu den einzelnen Fällen geboten zu bekommen. Dafür hätte man gerne auf den ein oder anderen offensichtlichen Lückenfüller verzichten dürfen. Ein Witzebuch ist das nicht, es handelt sich also zumeist nicht um die richtig lustigen Schenkelklopfern, sondern eher um die Merkwürdigkeiten, bei denen man sich immer wieder an den Kopf greifen möchte. Das Mitleid mit einigen Pechvögeln, bei denen man vergeblich auf das Happy End hofft, stellt sich meistens nicht ein, sonst wäre es mit dem Unterhaltungswert auch nicht mehr sonderlich weit hin.

Alles in Allem stellt "Dumm gelaufen" ein interessantes Sammelsurium dar, das ganz gut taugt es immer mal wieder kurz zur Hand zu nehmen, wenn man denn mit dem Thema einigermaßen umgehen kann. Viel mehr Informationsgehalt als in den Kurznachrichten der örtlichen Zeitung darf man jedoch nicht erwarten.

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