Scheisse Minelli habe ich zum ersten Mal letztes Jahr in Trier live sehen können. Der Name geisterte ja schon des öfteren durch einschlägige Fanzines und Blogs. Ich war also gespannt was mich da wirklich erwarten durfte, denn das meiste war ja durchaus sehr positiv. Nun, ich kann euch sagen das die Aschaffenburger Band tatsächlich nicht von schlechten Eltern ist. Schneller und angepisster Skate-Core der hier und da dann auch mal Elemente der neuen HC-Schule hat, aber immer direkt nach vorne geht. Wie gesagt live zu empfehlen. Zumal das anwesende Publikum im Ex-Haus absolut aus dem Häuschen war und irgendwann sogar in den Lichttraversen hing und ins Publikum sprang, blieb der Gig in Erinnerung. Ein paar Tage später hörte ich mir dann auch mal die aktuelle Platte bei meinen lokalen Plattendealer an und...nun ja, entschied mich dann doch für andere Platten. Jetzt kommt also der ganz neue Streich der Jungs um den doch arg charismatischen (oder doch eher poserhaften?) Sänger Samuel el Action. Es handelt sich um eine quasi Split-Platte mit sich selber. Auf der A-Seite nennt man sich "Leise Minelli" und spielt unplugged und auf der B-Seite dann in gewohnter Ballermanier. Los gehts mit einem Country-Song der aber doch schön knarzig und trashig rüberkommt. Leider habe ich keine Texte vorliegen, aber der Titel "Henry, Hank, Simone" erinnert mich an Bukowski. Es geht auf jeden um's Saufen. Das ist schon mal gut. Übrigens ein wirklich positiver Aspekt an der Band, der sich auch wie ein roter Faden durch die Bandgeschichte zieht, ist das hier keine Straight Edger am Werk sind, sondern Dosenbier trinkende Rüpel mit einem Board am Fuß. Das ist ok. Die ersten vier Songs gehen dann so weiter. Es ist gut und unterhaltsam. Drehen wir die Scheibe dann um kommt die Band dann wie gewohnt um die Ecke. Sprich es wird Skate-Core der alten Schule rausgeballert. Erinnert an Rich Kids on LSD oder aber auch an Insanity Alert oder sogar an die großen Hammerhead. Höhepunkte sind auf jeden das gelungene "Skate-A-Holic" und die B-Seite komplett. Sollte man ruhig mal auschecken, den Spaß. Erst recht live.

Review
Scheisse Minnelli
Leise Minnelli
- Genre
- CD
- Label
- Destiny
- Datum
- 10.05.2013
- Autor
- chico loco
7
/10
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