
Die Musik ist jedenfalls für sich allein genommen hörbar, aber selbstverständlich entgeht einem der Großteil des Hörvergnügens, wenn man die Texte nicht zur Kenntnis nimmt. Die sind komplett auf französisch und haben als gemeinsamen Grundtenor die Liebe zur Freiheit, dem Reisen und dem Erleben der Welt und der Menschen. Ja, das mag nach Hippies klingen, aber es wirkt hier nicht aufgesetzt oder neunmalklug, sondern mal eher mit Leichtigkeit und direkt vorgetragen, mal schwermütig und aus einer ungewöhnlichen Perspektive betrachtet, beispielsweise der eines Hundes, dem schwant, dass man ihn ausgesetzt hat, oder eines Endzeitmenschen, der seinen Vater fragt, wie es denn eigentlich zum großen Knall kam.
So richtig weh werden die Songs niemandem tun, dafür sind sie zu poppig, aber wer eine weniger ausgeflippte Variante von LES NÉGRESSES VÈRTES oder weniger durchproduzierte MICKEY 3D sucht, könnte gefallen an dieser Platte finden. Und besonders neugierig wäre ich, LA RUE KÉTANOU live zu erleben, denn ich glaube, da entfaltet sie erst richtig ihre Stärken. Bitte mit einem Glas Pastis dazu.


