
Masked Intruder wollen ganz klar ultramelodische Power-Pop-Pralinen backen, ohne sich dabei auf diese Weise lächerlich zu machen, und das gelingt ihnen sehr gut. Zumal sie wahrscheinlich gut gereifte Punk-Oldtimers sind, aber wer kann das bei den Masken schon erkennen? Also wird der humoristische Dreh des „Räubers der Herzen“ in dreizehn knackigen melodische Songs mit vielen uuuhs und aaaahs verwurstet, bis auch der gröbste Griesgram in verliebter Frühlingsstimmung ist. Der musikalische Bezug ist dabei sicherlich nicht bei den neuesten Emo-Poppern zu suchen, sondern mehr bei den RAMONES, die wiederum (bekanntlich) eine Turbo-Variante der BEACH BOYS und des Bubblegum-Pop fabrizierten. Musik für verliebte Teenies, mit vielstimmigen Harmonien zum Diabetes kriegen, unterlegt mit verzerrter Gitarre und knackigem Beat. Extra-Punkte gibt es für den kriminell guten Reim „You could have anyone and you know it – what can I say to you, I'm no poet“. So fühlt es sich also an, wenn man nach Jahren im Knast endlich wieder im Sonnenschein spazieren geht! Zwischendurch noch eine Doo-Wop Nummer, die zeigt, dass auch a capella kein Hindernis für die Gang darstellt. Nichts für trübes Grübeln, das Album braust ansatzlos durch und hinterlässt prächtige Stimmung. Wer ein Ding drehen will, sollte dafür diese Platte wählen.



