Jeunesse Apatride – Jusqu'au bout

Review

Jeunesse Apatride

Jusqu'au bout

Genre
CD
Label
Mad Butcher Records
Datum
10.06.2014
Autor
King Kraut
6 /10
Ich will jetzt mal nicht die selbstverschuldeten Klischees über Oi! groß wiederkäuen, denn zum Glück sticht da JEUNESSE APATRIDE in mehr als einer Hinsicht heraus. Die Band kommt aus Montréal, Québec und singt auf Französisch und Englisch, oder vielmehr: Kam, denn diese Album ist zugleich ihr Abschied. Nachdem sie 15 Jahre lang verschiedene Länder bereisten und bespielten, lösten sie ihre Band dieses Jahr auf. Ein anderes wichtiges Merkmal ist die betont antifaschistische und emanzipatorische Botschaft in den Songtexten, der Zusammenhalt mit entsprechenden Projekten und Bewegungen und, damit auch jeder versteht, was gemeint ist, jeweils eine Übersetzung im Booklet. Inhaltlich geht es um soziale Missstände, politische Solidarität unter den Ausgebeuteten in der Gesellschaft und Klassenkampf auf einem Bodenständigen Level. Skinhead-Musik, das ist immer Arbeiterklasse, hier werden keine abstrakten intellektuellen Manifeste verkündet, sondern es geht um das Leben, was sich auf der Straße, unter deiner Nase abspielt. Da ist eine ordentliche Portion Wut über die ganzen miesen Zustände zu spüren, und die Sängerin haut dem Hörer ihre einprägsamen Zeilen mit Schmackes um die Ohren. Musikalisch gibt es hier das gewohnte Paket melodischen Punkrock im mittleren bis zackigen Tempo zu hören, das Mitgrölangebot ist unverkennbar und ich vermute, dass das live immer eine dicke Party war. Hier wird zwar nicht das Rad neu erfunden, aber dass mir nach ein paar Tagen einige der Songs weiter im Ohr hängen, spricht durchaus für ihre Qualität. Ruhe in Frieden, heimatlose Jugend!

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