
Jetzt kommt das „aber“, welches ich aus einer Laune heraus durch „jedoch“ ersetzten werde: Jedoch.
Der Sänger klingt die meiste Zeit dermaßen nach dem einer ganz bestimmten Grunge-Band, dass Audiowolf dies auch schon ins Informationsblatt geschrieben haben. Inklusive bestimmter Manierismen, der Angewohnheit, bestimmte englische Wörter in irgendwelche komischen Schreie zu ziehen... Und ganz ehrlich gesagt, eben jenes offensichtliche Vorbild hat einen sehr eigenen Stil, der zwar cool ist, aber von dem man eben niemals noch ein Exemplar auf der Welt braucht (auch, weil der manchmal anstrengend ist). Ihr habt vielleicht gemerkt, dass ich nicht sage, an wen mich das erinnert, denn entweder merkt man das als Hörer sofort, oder aber nicht, und dann stört es vielleicht auch nicht weiter.
Wenn ich mir die CD-Aufmachung ansehe, das Video, die fette Produktion, der Promotext, kurzum: Die ganze Verpackung, habe ich das Gefühl, die Band aus dem kleinen Oldenburg hat versucht, sich etwas zu große Rockstar-Stiefel anzuziehen. Alles professionell aufgemacht, aber vielleicht riecht es deswegen ungefähr so wenig nach Rauch, Schweiß und Sex wie damals die Ramones- und Motörhead-Shirts bei H&M.
Ich glaube, wenn Audiowolf ihr offensichtliches Können nutzen, sich trauen, einen eigenen Stil zu spielen, statt nur bereits vorhandenes neu aufzubacken, dann könnte das eine interessante Band werden. Bis dahin ziehe ich die Klassiker vor.



