
Wer sich bei diesen 11 psychedelischen Stücken in einer bizarren Zeremonie wähnt, bekommt vielleicht einen Eindruck, was den Musikern der Band während ihres selbst auferlegten Exils auf einer Zyklopeninsel durch den Kopf ging. Da ist irgendwo bluesiger Garagenrock mit enthalten, dieser hat aber vor allem die Aufgabe, die schrägen Klänge zu strukturieren. Darüber hinaus kann man gut in die sonderbare, mal gruselige, mal irrsinnige Stimmung einsinken. Manchmal habe ich das Gefühl, die Person an der Orgel sei zugedröhnt auf den Tasten weggedämmert, was für penetranten schiefen Krach in einem ansonsten relativ aufgeräumten Song sorgt. Dann wieder geht es scheppernd punkig zur Sache. Die boshaften Texte lassen auch einen Pop-Ansatz bisweilen hinterhältig giftig werden, und die Instrumentierung übersteigt mein Fachwissen über ungewöhnliche musikalische Gerätschaften. Langweilig wird es nicht, allerdings bisweilen anstrengend.
War ich von der Single-Auskopplung „Vegetable“ nicht überzeugt, so entfaltet die Musik von ACID BABY JESUS über 36:28 Minuten ihre Wirkung wesentlich besser. Wer am Wochenende mit der Familie gern mal eine Ziege schlachtet und nackt um sie herum tanzt, kann das Erlebnis mit dieser Musik intensivieren.



