YELLOW UMBRELLA – HOOLIGANS OF LOVE

Review

YELLOW UMBRELLA

HOOLIGANS OF LOVE

Genre
CD
Label
Pork Pie
Datum
29.11.2016
Autor
Frank
8 /10
6 Jahre ist es her, dass die Dresdner Band YELLOW UMBRELLA ihr letztes Album veröffentlicht hat. In den sechs Jahren hat sich viel getan. In der jüngsten Vergangenheit hat sich die Band aktiv gegen die Pegida-Bewegung gestellt. Es wurden Festivals gegen Fremdenfeindlichkeit gespielt um auch musikalisch zu zeigen, wo man steht. In Dresden, wo die Band ja herkommt, ist der braune Dreck ja besonders aktiv.
Der Albumtitel “Hooligans of Love“ bezieht sich auch ganz klar darauf. Wobei ich hier gleich an “Terrorist der Liebe“ von Hubert Kah & Joachim Witt denken muss. Ein grausames Stück Musik mit einem völlig verstrahltem und weltfremden Hubert Kah (wer sich das mal reinziehen möchte: https://www.youtube.com/watch?v=XJPL0mePeOM , aber sagt nicht, ich habe euch nicht gewarnt).
YELLOW UMBRELLA sind weder verstrahlt noch weltfremd. Vielmehr haben sie in diesem Album vielerlei Einflüsse verarbeitet, die von Ska, Pop, Klezmer, Jazz, Balkan, Punk bis Rocksteady reichen.
Das Album hat eine sehr gute Aufnahmequalität, ist harmonisch und geht gut ins Ohr. Vielleicht sogar zu gut. Es passt zu ruhigen Stunden, zum entspannten Tanzen aber natürlich auch zum Träumen. Das macht das Album vielseitig aber auf der anderen Seite auch ziemlich seicht. Es lässt Ecken und Kanten vermissen. Ecken und Kanten die in den Texten durchaus zu hören sind, aber durch den entspannten Sound doch ein wenig untergehen. Die Songs sind allesamt radiotauglich. Sie haben den beengten Kosmos des Szene-Ska / Szene-Rocksteady verlassen und locken, wie die Sirenen in der griechischen Mythologie, mit ihrem Sound auch szenefremde Menschen auf die Tanzfläche.
Es sei der Band gegönnt, dass sie mit diesem Sound auch gehört und nicht verschmäht wird. Da die Tour der Band vor kurzem endete, kann man die sieben aus Sachsen erst mal nicht mehr live hören. Das Album sei jedoch auf jeden Fall empfohlen. Es ist nichts für Szenepolizisten, sondern für weltoffene Menschen jeglicher Couleur.

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