DEATH BY STEREO – WE´RE ALL DYING JUST IN TIME

Review

DEATH BY STEREO

WE´RE ALL DYING JUST IN TIME

Genre
CD
Label
Concrete Jungle Records
Datum
04.08.2020
Autor
Frank
9 /10

Ich muss ja gestehen, dass DEATH BY STEREO bisher etwas an mir vorbeigegangen sind. Der Name war schon präsent, aber mehr auch nicht. Eine Band von der man immer mal gehört hat und die auch viel spielen, aber intensivere Aufmerksamkeit hatte ich der Band bisher nicht geschenkt.

Ein Fehler!

DEATH BY STEREO liefern mit ihrem neuen Album “We´re all dying just in time“ ein Brett ab, das es in sich hat.

Die Band aus Kalifornien ballert sich durch die zehn Songs des Albums, dass einem schwindelig werden kann.

Schneller Hardcore-Punk, starker Hardcore-Einfluss, immer wieder Metal-Parts, einnehmende Melodien, Tempowechsel, Beat-Downs, abwechselnder Gesang, böse Mosh-Attacken und Screamo-Nadelstiche wechseln sich mit cleanem hellen Gesang ab, dazu epische Chöre, Trash-Geballer und alles zusammen und immer wieder getrennt.

Das ist unglaublich anspruchsvoller Sound, bei dem jeder in der Band wirklich was können muss. Anders lässt sich dieser Sound gar nicht spielen. Und wenn man es nicht kann, dann macht es auch keinen Sinn es zu versuchen. Dann klingt es gewollt oder gekünstelt.

All das ist hier nicht der Fall. Es kommt einem so vor, als ob die Band auf der Bühne steht und drauf los spielt. So energiegeladen und so kraftvoll ist die Musik.

DEATH BY STEREO setzen auf Härte wo es gut in das Arrangement passt und nehmen sich zurück, sind fast sanft, wenn es so sein soll.

Herausgekommen ist ein musikalisch wirklich extrem abwechslungsreiches Album, dass mir auch nach mehrmaligen Hören immer noch zusagt. Die Begeisterung über das Album wird nicht weniger, sondern mehr. Je öfter man “We´re all dying just in time“ hört, desto mehr wird man merken wie komplex die Songs sind und trotzdem hat man nicht den Eindruck als ob hier irgendwer in der Band seinen Ego-Trip an seinem Instrument ausleben will. Das ist eine Kunst, alles zu Können und nicht damit angeben zu müssen.

Eigentlich wäre hier alles gesagt und die Scheibe wäre von ihrer Klasse schon ganz weit oben angesiedelt, aber dann hätte ich etwas wichtiges vergessen, nämlich die Texte!

DEATH BY STEREO nehmen bei ihren Texten kein Blatt vor den Mund. Man merkt den Texten an, die hauptsächlich von Sänger Efrem Schulz stammen, dass eine Menge Wut raus muss. Die Texte sind alle für sich als eine einzige Anklage zu sehen. Eine Anklage an unsere Welt und unsere Gesellschaft in der wir leben und deren Teil wir sind. Eine Anklage an das kapitalistische System, was uns alle früher oder später ruiniert. Eine Anklage für mehr Menschlichkeit!

Überhaupt für Menschlichkeit!

Ein mehr an Menschlichkeit würde ja bedeuten, dass die meisten Menschen menschlich sind. Dies hinterfragt die Band mit harten, ehrlichen und vor allem sehr treffenden Worten. Der Bezug zu dem Leben in den USA und ihrem Leben in Kalifornien besteht fast immer. So sind die Texte nicht nur allgemeingültig sondern haben durch den persönlichen Bezug der Bandmitglieder noch mehr Substanz und Nähe zur Realität. Auch hier, beide Daumen hoch.

Als Fazit lässt sich somit nur noch sagen:

Album kaufen!

Anlage aufdrehen!

Und sobald es möglich ist, zum Konzert von DEATH BY STEREO gehen.

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