THE OFFENDERS – ORTHODOXY OF NEW RADICALISM

Review

THE OFFENDERS

ORTHODOXY OF NEW RADICALISM

Genre
CD
Label
Long Beach Records Europe
Datum
30.03.2023
Autor
Frank
7 /10

Äh, was ist das den?

Das soll die neue Veröffentlichung von THE OFFENDERS aus Berlin sein?

Ja, stimmt, das ist die Stimme von Valerio, aber die Musik klingt so anders? Das klingt eher nach einer Band die Folkpunk a la The Real Mc Kenzies und Konsorten liebt.

Spätestens mit ihrem 2019er Album “Class of Nations“ hat die Band die von ihr begangenen Pfade des Off-Beat, Ska, (Dirty) Reggae mit Punk-Einschlag verlassen und sich mehr dem Kick-Ass Punkrock mit Streetpunk-Einflüssen zugewandt.

Nun hat die Band anscheinend den Folk-Punk für sich entdeckt und so ist auf diesem Album auch das mir bis dato unbekannte irische Instrument Bouzouki zu hören.

Textlich hat sich bei den Italienern wenig geändert. Ich würde sogar sagen, die Texte sind noch politischer und gesellschaftskritischer geworden. Die Texte beschreiben die aktuelle Lage bzw. die aktuellen Entwicklungen in Politik und Gesellschaft.

Sie haben mit “Hasta la Muerte“ auch einen Song über Simeon Cuba Saribia und seinen letzten Kampf an der Seite von Che Guevara. Was Che Guevara und seine Mannschaft seinerzeit geschafft hat, ist einfach immer noch faszinierend und in gewisser Weise haben sie damit eine andere, für viele auch eine bessere Welt geschaffen. Auf jeden Fall einen Gegenentwurf zur kapitalistischen westlichen Welt.

Mit “The Messenger“ gibt es vielleicht sogar bald eine neue Hymne auf Demos, die von den Lautis gespielt wird und die Wut und Hoffnung kanalisiert.

Genauso gibt es mit “Invisible“ einen Song der als Hilferuf verstanden werden kann für misshandelte Menschen.

Jede Zeile in jedem Song strotzt von Überzeugung und Wut und Kraft. Dieses Trio, was gerade in der linken Szene so oft besungen und beschworen wird, zeigen die Italiener hier mit Bravour.

Was mir allerdings etwas fehlt ist die musikalische Umsetzung des Ganzen. Die Songs sind super produziert, fett, kräftig, haben Melodien und geben der Stimme von Valerio den Platz den sie braucht. Es gibt hier und da passend gesetzte Chöre. Ja, es passt eigentlich alles, aber eben nur eigentlich. Es ist nett anzuhören. Es macht Spaß, aber so richtig kickt es mich nicht. Ich weiß noch nicht so recht, ob die Produktion doch zu glatt ist oder ob sich insgesamt die Songs dann doch nicht so stark voneinander unterscheiden.

“Orthodoxy of new Radicalism“ zeigt, wie sich die Band weiter entwickelt hat. Wenn die Band so weiter macht, bin ich gespannt, was als nächstes kommt.

Das Fazit zu diesem Tonträger ist für mich, es macht Spaß, aber begeistert mich leider nicht so, wie ich es mir wünschen würde.

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