WICK BAMBIX – WHEN THINGS GROW TEETH

Review

WICK BAMBIX

WHEN THINGS GROW TEETH

Genre
LP
Label
ROOKIE RECORDS
Datum
24.08.2024
Autor
Frank
9 /10

Bambix, das war eine Punkband aus Holland mit Wick an der Gitarre und am Gesang.

Die Band habe ich erst so richtig kennengelernt, als sie einige Konzerte mit Johnnie Rook aus Berlin gespielt hatten. Beide Bands hatten eine Frau am Gesang, Für die weiteren Instrumente und den Backgroundgesang waren ausschließlich Männer zuständig.

Beide Bands haben Druck gemacht, waren melodiös, sympathisch und waren bei Frauen überaus beliebt. Selbstbewusste Frau am Mikrofon, das ist zwar heute häufiger als vor zehn Jahren aber immer noch nicht die Regel.

Johnnie Rook gibt es seit vielen Jahren nicht mehr

Bambix gibt es auch nicht mehr.

WICK BAMBIX gibt es aber noch.

Seit ein paar Jahren hat sie sich mit ihrer Gitarre und ihrer wundervollen, kräftigen und besonderen Stimme auf die Bretter die die Welt bedeuten getraut. Erst im Kleinen und dann wuchs das Ganze...“When things grow teeth“...wie der Titel ihres ersten Albums heißt, welches am 13.09.2024 beim herzensguten Label Rookie Records erscheint.

Für mich sind Menschen die sich nur mit ihrer Gitarre auf die Bühne stellen immer so ein wenig schwierig. Nur Gitarre und Mensch und Gesang, dass wird mir oft auf Dauer etwas langweilig und ich wende mich ab.

WICK BAMBIX macht es anders.

Es ist das Album von WICK, aber es ist kein Akustik-Album. Sie kann es nicht lassen, einige Songs fast schon in ein Punkgewand zu packen. Drums, Gitarre, Bass, das gehört auf dem Album dazu. Das erinnert natürlich auch an Bambix, hat aber doch eine sehr eigene Note und die Melodien... Leute, die Melodien!

Ob “Red Flag“ mit Band und allem oder “Hello Hopeville“ mit seinem Country-Einfluss, Americana und einem Hauch Pub-Sound, welches ein wundervolles und so von mir nicht erwartetes Stück Musik ist oder “Evaporate“, mit seinem Gitarrenspiel und der Stimme die berichtend und das Herz ansprechend erzählt.

Und dann ihr Gitarrenspiel, mal Finger-Picking, mal sanft über die Saiten gestreichelt, mal wütend gespielt, mal druckvoll mit Band elektronisch verstärkt. Das ist ein großes Spektrum was Wick hier anscheinend mühelos bespielt.

Neben dem fantastischen Spiel von Wick muss auf die Mitmusiker auf dem Album aufmerksam gemacht werden, das sind Patrick Schappert und Tim van Doorn. Außerdem muss die Qualität der Aufnahme angesprochen werden. Hier stimmt fast alles. Vor allem den satten, runden Bass der nie störend aber durchaus dominant zu hören ist (wenn er zu hören sein soll) habe ich in dieser Art bisher selten gehört. Großartig!

WICK BAMBIX bringt mit “When things grow teeth“ ein überraschendes, ja bezauberndes Album heraus, was so anders ist als viele Solo-Alben und dadurch so extrem gut.

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