Eine neue Scheibe von SKAFIELD. Vier Jahre ist es nun her, seit der letzte Output der Band den Weg in die Öffentlichkeit fand. Aus 2003 ist das immer noch tolle Werk “ Smiling at the tragedy“, an das ich mich noch gut erinnere, und welches ich bis jetzt zu den besten Scheiben der Band zählen würde.
Nun ist aber “MEMORIES IN MELODIES“ draußen. Im Promozettel wird vollmündig der Druck, die Melodien und die Wut die die Band hat gelobt. Nur ist bei der Lektüre der Promozettel Vorsicht geboten. Diese sind teilweise schlimmer als Media Markt Werbung.
Allerdings muss man in diesem Fall sagen. Die Promo-Info hat Recht.
Die Songs gehen druckvoll, wütend und voller Melodien nach vorne. Die vier Bläser sind etwas in den Hintergrund gerückt, was ich persönlich schade finde. Sie geben den Songs zwar gute Akzente, allerdings sind vier Bläser sicher im Stande mehr zu bringen als nur Akzente.
Dafür ist das Schlagzeug perfekt aufgenommen. Die Gitarren sind ebenso klasse. Der Gesang von Philipp ist variantenreich, deutlich zu hören und passt gut zur Musik.
Die Texte kommen sehr persönlich rüber und setzen sich mit der Ungerechtigkeit in der Welt und der Hoffnungslosigkeit auseinander. Das kommt gut, wenn auch etwa hoffnungslos rüber. Damit man keine Depressionen bekommt, gibt es musikalisch positiv gestimmten druckvollen, schnellen Skapunk.
Schnell und wütend kann man hier seinen Frust von der Seele tanzen.
Zum ersten Mal gibt es einen deutschen Song von SKAFIELD. Auch hier ist der Text sehr gut. Er beschäftigt sich mit der Wirtschaftskrise und dem weiteren Verlauf der Welt und der Entwicklung eines jeden Einzelnen. Gut gemacht. Mehr davon!
Insgesamt ist “MEMORIES IN MELODIES“ ein starkes, schnelles und druckvolles Ska-Album, welches auch durch den Bläsereinsatz gekonnt jede Emo-Klippe umschifft, die sich manchmal auftut, wenn Philipp all zu weltschmerzhaft ins Mikro kreischt. Dazu gibt es auch langsamere Stücke als Kontrastprogramm. Mit diesem Album melden sich SKAFIELD eindrucksvoll zurück. Live werden die Songs sicher noch mehr knallen als auf CD. Davon kann man sich in diesem Jahr noch auf diversen Konzerten der Band überzeugen.




