Da ist es nun: Nachdem ich bereits vor Wochen die EP der Berliner besprechen durfte, liegt nun das Gesamtwerk vor mir.
Wie schon die EP „Scheiße bleib Scheiße“ klingt „Punk bleibt Punk“ streckenweise ernster, obwohl, keine Angst, die niederen Sinne, in der Vielzahl der Lieder, angesprochen werden. Was in diesem Fall keinesfalls negativ gemeint ist, sondern von mir auch an die Band erwartet wird.
Gerne werden auch immer wieder Floskeln aneinander gereiht („Der Klügere kippt nach“) aber KOTZREIZ macht das mit dem bekannten Charme und darf das.
Sie scheinen erwachsener geworden zu sein, ohne die anale Phase vollkommen zu verlassen. Dieses Kunststück gelingt nur den Wenigsten.
Ob sie für ihren Werbesong für den Pfeffer-Likör „Pfeffi Graf“ auch Kohle sehen, bleibt eine Frage, die zu klären wäre.
Bei „Tränen“ schlagen sie genau in die Schiene jener Grauzonen-Drecksband, die gerne in die Geldmaschinerie der Frei.Wild und Onkelz rutschen würden. Die Rattenfänger-Bands, die gerne mit ihrer Lagerfeuerromantik armen Seelen ködern, um ihnen dann ihre Ideologien einzupauken - „Glaube, Stolz, Hoffnung, davon singen wir nicht“ lautet die Berliner Antwort darauf.
Das i-Tüpfelchen des Albums sind aber sicherlich die Gastbeiträge von einigen befreundeten Bands. So teilen sich KOTZREIZ ein paar ihrer Songs mit Musikern von NONSTOP STEREO, FEINE SAHNE FISCHFILET, AUF BEWÄHRUNG und DIVAKOLLEKTIV (ex-THE STATTMATRATZEN), was zusätzlich für viel Abwechslung sorgt.
Die richtige Musik für im Auto laut mitzugröhlen und auf Konzerten Bier zu verspritzen. Wer schon damals das Werk der HUMAN PUNX („Nietzsches Schreibmaschine“) lieben gelernt hatte, macht bei KOTZREIZ keinesfalls was falsch.
Das Album erscheint am 14. September auf Aggressive Punk Produktionen / Edel als CD mit limtierten Poster-Booklet und Sticker, limitierte farbige 12“ LP mit DIN A2 Poster-Booklet inklusive MP3 Download Card, limitierte MC und natürlich auch als Digital Download. 12 Lieder. LP auf 700 Stück limitiert. Farbiges Vinyl. - Ich nehme dann Letzteres ;)




