Bayrisch bzw. bei SIGI MARON Wienerisch ist ja an und für sich ein witziger Dialekt. Auch wenn mich jetzt die Bayern und die Wiener steinigen werden, weil ich diese beiden Mundarten in einen Satz aufgezählt habe, witzig sind sie trotzdem.
Nicht so witzig sind die sozialkritischen Texte von SIGI MARON, der 2 Jahre nach dem von Aldi besprochenen Album „Live am Attersee“ ein weiteres Livealbum präsentiert. Es erstaunt mich allerdings schon etwas, das „es is net ollas ans“ im ORF, im österreichischen Radiokulturhaus von Wien aufgenommen wurde, denn mit seinen Texten holt SIGI MARON zum Rundumschlag gegen die Banken, Politik und den ganzen Business aus. Auch wenn ich nicht alle Texte komplett verstehe, die Inhalte sind nicht Haider-freundlich und was die Österreicher wählen bzw. für Führergestalten haben (Gott sich dank „hatten“!), wissen wir ja zur Genüge. Im umfangreichen Booklet sind die Texte zwar abgedruckt, aber viel weiter bringt mich dieses auch nicht, ist halt ein witziger Dialekt J.
Musikalisch ist SIGI MARON, der immerhin schon seit 40 Jahren Lieder schreibt, in der Klangwelt der 70er Jahre hängengeblieben. So hört man deutlich BOB MARLEY, THE DOORS und TON STEINE SCHERBEN raus, begleitet von einen Bläser-Orchester. SIGI MARON holt sich seine Inspirationen aber auch von seinen Landsmännern, wie Udo Jürgens „ohne uns geht nix“ und der E.V.A. „da hausmasta“.
69 Minuten Wienerisch reichen mir allerdings für die nächsten Monate und genau deswegen wird es SIGI MARON wohl auch niemals schaffen nördlich des Weißwurstäquators aufzutreten.




