Kommando Sonne-nmilch – You Pay I Fuck

Review

Kommando Sonne-nmilch

You Pay I Fuck

Genre
CD
Label
Major Label
Datum
08.05.2013
Autor
belabeimer
7 /10

„Achtung! Hallo! Achtung! Wir stellen uns erst mal vor: Andy. Ronny. Chor und Jens, der neue der heißt Flo“

Mit „You pay I fuck“ liefert das Kommando das bereits 6. Album ab. Keine Rachut Band hatte bisher einen solchen zahlreichen Output. Und ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte ohne Jens Rachut (Dackelblut, Oma Hans, Angeschissen, Blumen im Arsch der Höhle u.a.) gäbe es so Bands wie z.B. everybody's darling TURBOSTAAT nicht.

 „The gothfather of Nordküsten-Punkrock“ schlägt also zurück!

Nach den teilweise experimentellen Vorgängern, wird hier wieder ein lupenreines Punkalbum präsentiert, mit allem was von Rachut zu erwarten ist: Verworrene Gedanken, kantige Texte und schräge Gesangslinien, dazu vereinzelte Frauenchöre.

Musikalisch wieder näher an Oma Hans, was sicherlich auch an den langjährigen Begleiter Andreas Ness an der Gitarre liegt. Hier wird fast nahtlos an alte Oma-Zeiten angeknüpft, ob dieses schon vorher passierte, kann ich nicht sagen, da die letzten beiden Veröffentlichungen „Pfingsten“ (2011) und „Scheiße nicht schon wieder Bernstein“ (2008) irgendwie an mir unbemerkt vorbei geschlichen sind (liebes MAJOR LABEL meine Adresse habt ihr, ich nehme die Vinyl-Version ;-) )

Hier scheppert und knallt es wieder einem gekonnt um die Ohren und wie es so passend im Opener „Wohnrakete“ heißt: Wir haben keine Zeit für Picknick, wer Pause macht, wird steif.

Wenn ich den aktuell erschienen Turbostaat der Angst 8 Punkte, der Love Academy für „Irgendwie“ sogar 9 Punkte im Vergleich geben würde, bekäme das Kommando dennoch 7 Punkte. Die Kanten machen es am Ende zu einem typischen aber auch typisch schwierigen Rachut-Album. Mir fehlt der ein oder andere Ohrwurm, etwas was hängen bleibt. Aber darauf hat der Herr es niemals angelegt (schon gar nicht mit Kommando Sonne Nmilch) und das ist auch gut so. Ein Überhit wie es z.B. „Tse Tse-Fliege“ damals war, dürfte es aber schon noch mal sein, schon allein, weil das Album, im Gegensatz zu den vorherigen Werken des Kommandos, schon etwas eingängiger wirkt.

Was man hier bekommt ist Punkrock für Erwachsene, die ihr inneres Kind nicht verleugnen wollen, sich aber abseits des derzeitigen Studenten-Punk-irgendwasmitMedien-Gehabes fühlen.

„Man verlangt nach Happy Ends, wir bezahlen für Happy Ends“

You pay I fuck erscheint als LP+MP3 und CD im schicken Digipack. Eine limitierte Farbedition des Vinyls wird es bei MAJOR LABEL, auf Konzerten oder bei Flight13 geben.

Anspieltipps: Was wagen, Brems ab das Karussell

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