Sommer, Sonne, Kaktus! - na wenn das mal kein vielversprechender Titel für ein Album ist. Klingt ja schon fast nach Punkrock und würde gut zu den LOKALMATADOREN oder so passen. Aber das hier ist der HELGE SCHNEIDER, und nachdem ich schon einige seiner alten Songs z. B. die "Wurstfachverkäuferin" oder "Ich habe mich vertan" im Suff rauf und runter gehört habe, hab ich mir die Platte auch gleich geschnappt. Und es geht auch gleich los mit dem gleichnamigen Song "Sommer, Sonne, Kaktus!" als Opener. Der Song wird denk ich dann auch auf der nächsten Grillfeier angeworfen, dann tu ich ma schön mein Dosenbier zischen weil i "never go to work, lieber holiday"! "Sommer, Sonne, Kaktus - ach wie ist das schön - Sommer, Sonner, Kaktus - ich will nie mehr arbeiten geh`n!" Na wenn das nicht Punkrock ist, dann weis ich auch nicht! Oder ist das doch EISENPIMMEL? "Sommer, Sonne, Kaktus - doch leider hier in Duisburg muss ich in`s Hallenbad geh`n" Der Kakkkkakaktus hat hier keinen Hänger in der Platte, ich drück aber trotzdem nach Ende des Liedes auf die Repeat-Taste! Weiter geht`s mit "Nachtigall huh", nächstes Dosenbier auf und ich verstehe die ganze Zeit ein Wort das sich anhört wie "Opa gangnam-style". Dann gibt`s ein schönes Flötenintro zum Song "Offenes Hemd" und ich merke wie ich betrunken werde und Helge singt: "Offenes Hemd ... und der Wind streift meine Pickel". Der Herr Schneider covert auch Jazz-Evergreens wie den Song "Mr. Bojangles" oder "Somewhere over the rainbow", bei letzterem hätte es mich in meinem ansteigenden Trunkenheitszustand fast vom Stuhl gehau`n, so ein schräges Cover ist das. Der typische Helge-Style sind immer die spontanen Einwürfe zwischen den Songs, bei denen es mich fast halb zerlegt vor Lachen. Dibidabi Abudabi sach ich nur, sonst krieg ich grad eh nix mehr raus hier, ausser vielleicht ein bisschen "Scrubble die Bubble". Das ist ja mal ein genialer Song, ich wünschte ich könnte auch so einfache Texte schreiben, aber ich bin ja immer zu betrunken für sowas. Aber auch den ernsthaften Jazzhöreren wird die Platte gefallen, ich würde jedenfalls auch gerne so Gitarre spielen können. Der Helge hat alle Instrumente selbst eingespielt und auch selbst aufgenommen. Im Oktober soll es dann auch einen Kinofilm namens "00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse geben", das Album ist ein Vorgeschmack darauf. Mein Fazit: In nüchternem Zustand ist mir der Herr Schneider immer zu sehr experimentell, darum zischt es hier auch schon wieder, aber was der musikalisch drauf hat, da können die meisten Discoarschgesichter auf MTV und Viva einpacken, die wissen nämlich nicht mal wie man Talent schreibt. So ich geb mir jetzt noch den "Drinking Blues" und dann geht`s in die Heia! Trash pur - auf musikalisch hohem Niveau, wie man es von Helge Schneider gewohnt ist.

Review
Helge Schneider
Sommer, Sonne, Kaktus!
- Genre
- CD
- Label
- Universal Music
- Datum
- 21.07.2013
- Autor
- DrunkenDork
7
/10
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