BODY COUNT – CARNIVORE

Review

BODY COUNT

CARNIVORE

Genre
CD
Label
Century Media
Datum
05.03.2020
Autor
Frank
9 /10

Zum 30jährigen Bandjubiläum beschenkt BODY COUNT sich und uns mit einem neuen Album. Es ist das siebte Album der Bandgeschichte und hört auf den Namen “Carnivore“.

“Carnivore“ bedeutet so viel wie Raubtier oder Fleischfresser. Ein schön doppeldeutiger Titel. Gerade im Bezug zu der sehr kritischen Haltung von BODY COUNT zur Polizei, insbesondere der amerikanischen Polizei. Dies wird insbesondere beim zweiten Song des Albums welches auf den Titel “Point the Finger“ hört, in aller Deutlichkeit dargestellt.

Ein etwas längerer Textauszug eben dieses Songs, stellt klar um was es genau geht:

Anywhere

Any time

They shoot first and ask questions last

Could be yours 

Could be mine

And then they point the finger at you

How many more innocent people and kids

gotta get killed by these police, man

And then it’s always the victim’s fault

This is some fuckin’ bullshit

Wrong place

Wrong time

They shoot first and ask questions last

Dead man

No crime

And then they point the finger at you

Und dann wundert Ihr euch, liebe Staatsmacht, dass man euch nicht mehr traut und euch aus Prinzip und Erfahrung generell ablehnt, ja verachtet?

Deutliche Worte findet BODY COUNT auch in den nachfolgenden Songs.

Es ist fast erschreckend wie Deutlich und Klar, ja explizit die Texte von BODY COUNT sind (nicht nur auf diesem Album) und trotzdem (oder gerade deswegen?) wurde die Band im Jahr 2018 nominiert für einen Grammy im Bereich ”Best Metal Performance”. Große Medienpräsenz war für Sänger ICE-T nie ein Problem, ganz im Gegenteil. Trotzdem ist es erstaunlich. Mit ähnlich klaren Worten würden Bands wie ZSK oder Slime hier niemals für große Musikpreise nominiert werden. Ist symptomatisch für das Business, für dieses Land und voller Bedeutung.

Tatsächlich nahm und nimmt BODY COUNT kein Blatt vor den Mund. Ganz im Gegenteil, sie bohren ihren Finger tief in die Wunden der Gesellschaft. Sie beschreiben es gerne auch mal ganz genau, was sie in diesen Wunden vor finden. Das tut weh, ist jedoch das was die Band beobachtet, erlebt, ja...was wir alle jeden Tag sehen und erleben.

Der Stil der Band hat sich kein Stück geändert!

Vielleicht sind BODY COUNT sogar härter, kompromissloser geworden.

Mit ihrer Mixture aus Metal, Oldschool Hardcore und Rap schaffen sie es nach wie vor mit zu reißen. Ihre Texte sind nach wie vor über jeden Zweifel erhaben.

Auf ”Carnivore” gibt es neun neue Songs, einen Coversong, einen bisher unveröffentlichen Song einer Demo und zwei Live-Songs. Das macht zwölf Stücke und auch wenn das nicht so viel ist, alleine die Coverversion von ”Ace of Spades” sowie die weiteren neun Songs die neu sind, lohnen den Kauf!

BODY COUNT ist nicht nur nach 30 Jahren immer noch frisch, sie sind auch relevanter den je.

// Noch keine Kommentare — schreib den ersten!

Kommentar schreiben

Max. 2.000 Zeichen

☆ STAY LOUD ☆